Eine Gruppe mexikanischer Wissenschaftler fördert die Marine Prosperity Areas (APpMs) als Alternative zur Schutz der Natur und gleichzeitig zur Sicherung des Wohlergehens der Küstengemeinden. Dieser Ansatz resultiert aus den Erfahrungen von Cabo Pulmo, wo die Bewohner 1995 beschlossen, das Fischen einzustellen, um die Erholung des Ökosystems zu ermöglichen.
Das Ergebnis war überraschend: Innerhalb eines Jahrzehnts stieg die Fischbiomasse um 463%, und die Gemeinde fand im Ökotourismus eine nachhaltige Einkommensquelle. Dieser Fall inspirierte Forscher dazu, ein Modell zu entwerfen, das ökologische Erhaltung mit sozialem Wohlstand kombiniert.
Wissenschaftsdiplomatie und lokale Gemeinschaften
Die APpMs basieren auf der Wissenschaftsdiplomatie, einer Brücke zwischen akademischem Wissen und den Bedürfnissen der Gemeinschaften. Wie Aburto erklärt, liegt der Schlüssel darin, den Bewohnern zuzuhören und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
„Die Menschen selbst versuchen, dem Ökosystem keinen Schaden zuzufügen, da sie wissen, dass die beste Strategie für ein Zusammenleben und wirtschaftlichen Nutzen ein gesundes Ökosystem ist“, erklärt Jaime Gómez Gutiérrez dem Portal El País.
Dieses Modell erkennt an, dass die traditionellen Schutzgebiete oft zu große und schwer zu überwachende Gebiete umfassen. Im Gegensatz dazu konzentrieren sich die APpMs auf kleine Gebiete, in denen die Bewohner selbst zu Hütern der natürlichen Ressourcen werden.

Soziale und wirtschaftliche Vorteile
Der Ökonom Ricardo Cantú hebt hervor, dass die APpMs es ermöglichen, greifbare wirtschaftliche Vorteile zu quantifizieren: ökologische Regeneration begleitet von sozialer Regeneration. Durch die Einbindung der Gemeinschaften in Entscheidungsprozesse entstehen würdige Arbeitsplätze, das soziale Gefüge wird gestärkt und die langfristige Nachhaltigkeit gesichert.
Darüber hinaus waren Initiativen wie dataMares, geleitet von Catalina López, entscheidend dafür, wissenschaftliche Informationen zu verbreiten und diese Konzepte der Gesellschaft näherzubringen.
Internationale Anerkennung
Das Konzept der APpMs wurde bereits in den Nationalen Entwicklungsplan bis 2030 in Mexiko aufgenommen, mit dem Ziel, 10 neue Gebiete im Golf von Kalifornien zu schaffen.
Es wurde auch auf internationalen Foren wie der COP16 zur Biodiversität in Kolumbien und der UNOC3 in Frankreich vorgestellt. Es ist Teil der Strategie des Weltwirtschaftsforums, um das Ziel der UNESCO zu erreichen, 30% der Ozeane bis 2030 zu schützen.
Ausbildung junger Führungskräfte
Das Führungsprogramm für Naturschutz des CBMC bildet neue Generationen von Meeresverteidigern aus. Im Jahr 2026 wird die zweite Kohorte mit 30 jungen Menschen gestartet, mit dem Ziel, ein Netzwerk von 500 lokalen Führungskräften aufzubauen, die kollektive Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung im Golf von Kalifornien vorantreiben.
Die Marine Prosperity Areas stellen einen Übergang zu einem inklusiveren und effektiveren Naturschutzmodell dar. Es geht nicht nur darum, die Biodiversität zu schützen, sondern auch darum, sicherzustellen, dass die Gemeinschaften durch sie gedeihen können. Dieser Ansatz zeigt, dass Naturschutz und menschliche Entwicklung keine gegensätzlichen Ziele sind, sondern sich ergänzen, und dass Mexiko einen innovativen Weg für das Management der Ozeane ebnet.



