Die NASA und ihre Satelliten: So arbeiten sie an der Rückkehr der Riesenschildkröten zur Insel Floreana auf den Galapagos-Inseln

Am vergangenen 20. Februar kehrten die Riesenschildkröten erstmals seit mehr als anderthalb Jahrhunderten auf die Insel Floreana im Galapagos-Archipel zurück. Dieses Ereignis markiert einen wichtigen Meilenstein in der ökologischen Wiederherstellung einer Insel, die diese Tiere Mitte des 19. Jahrhunderts durch intensive Walfangjagd und die Raubtiere eingeführter Arten wie Schweine und Ratten verlor.

Das Programm vereint die Direktion des Galapagos-Nationalparks und die Organisation Galapagos Conservancy mit Unterstützung der NASA, die Satellitendaten bereitstellte, um Lebensräume mit Nahrung, Wasser und Nistplätzen zu identifizieren.

Die Rolle der NASA

Die US-Raumfahrtbehörde führte ein neuartiges Werkzeug in den Naturschutz des Archipels ein: die Nutzung von Satellitenbeobachtungen, um vorherzusagen, in welchen Gebieten die Schildkröten die größten Überlebenschancen hätten.

Die Satelliten erfassen Informationen über Vegetation, Temperatur, Feuchtigkeit und Niederschläge. Mit diesen Daten werden Umweltkarten erstellt, die es ermöglichen, zu entscheiden, wo die Tiere freigelassen werden sollen.

Zu den verwendeten Missionen gehören:

  • Landsat: Überwachung der Vegetation und Bodenbedeckung.
  • Sentinel (Europäische Weltraumorganisation): Überwachung von Ökosystemen.
  • Terra: Messung der Oberflächentemperatur der Erde.
  • Global Precipitation Measurement: Niederschlagsmuster.

Eine unerwartete genetische Geschichte

Die Wiederherstellung begann mit einem Fund im Jahr 2000, als Forscher Schildkröten mit ungewöhnlichen Merkmalen am Vulkan Wolf, Insel Isabela, entdeckten. DNA-Analysen bestätigten, dass sie genetische Abstammung von der ursprünglichen Floreana-Population bewahrten.

Die wahrscheinliche Erklärung ist, dass die Walfänger des 19. Jahrhunderts Schildkröten zwischen den Inseln als lebende Vorräte transportierten und so genetische Fragmente von als ausgestorben geltenden Arten bewahrten.

Dieser Fund ermöglichte den Start eines Zuchtprogramms in Gefangenschaft, das seitdem Hunderte von Nachkommen hervorgebracht hat, die zur Wiederbevölkerung von Floreana bestimmt sind.

Riesenschildkröten
Die Wiederherstellung der Riesenschildkröten auf Floreana ist ein wichtiger Meilenstein.

Ökologische Wiederherstellung

Die Schildkröten spielen eine wesentliche Rolle im Ökosystem:

  • Weiden die Vegetation und halten offene Flächen frei.
  • Erstellen Pfade durch ihre Bewegungen.
  • Transportieren Samen über große Entfernungen.

Ihre Abwesenheit verwandelte die Landschaft der Insel. Die Rückkehr zielt darauf ab, nicht nur eine Art wiederherzustellen, sondern auch ökologische Prozesse wiederherzustellen, die mit ihnen verschwanden.

Zukunftsprognosen

Riesenschildkröten können über 100 Jahre alt werden, daher garantieren die aktuellen Bedingungen nicht ihr langfristiges Überleben. Satellitenmodelle ermöglichen es, zu simulieren, wie sich Vegetation, Temperatur und Wasserverfügbarkeit in den nächsten Jahrzehnten ändern könnten.

Auf diese Weise können die Forscher Veränderungen antizipieren und die Freisetzungsorte anpassen, indem sie von intuitionsbasierten Entscheidungen zu wissenschaftlich fundierten Entscheidungen übergehen.

Die Rückkehr der Schildkröten nach Floreana stellt einen Triumph der Wissenschaft und des Naturschutzes dar. Die Kombination aus Genetik, Zucht in Gefangenschaft und Raumfahrttechnologie eröffnet ein neues Kapitel in der Wiederherstellung der Ökosysteme der Galapagos-Inseln. Wenn das Programm erfolgreich ist, könnte die Insel in den nächsten Jahrzehnten eine stabile Population von Riesenschildkröten wiedererlangen und Gleichgewicht und Leben an einen der einzigartigsten Orte der Welt zurückbringen.

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