Der Bundesrichter Juan José Baric aus Santa Rosa erklärte sich für zuständig, um in die von der Provinz La Pampa, der Nationalen Universität von La Pampa, der Fundación Chadileuvú und der Asamblea por los Ríos Pampeanos gegen die Reform des im April 2026 verabschiedeten Gletschergesetzes eingereichte kollektive Umweltklage einzugreifen.
Die Klage wurde im Register der kollektiven Verfahren des Obersten Gerichtshofs eingetragen, was bedeutet, dass jede ähnliche Klage im Land vor diesem Gericht verhandelt werden muss. Die Akte ist bereits in die zweite Instanz übergegangen und der Richter muss über die beantragte einstweilige Verfügung entscheiden, die die Aussetzung der Anwendung der Reform bis zur Klärung ihrer verfassungsmäßigen Gültigkeit fordert.
Argumente der Klage
Die Kläger argumentieren, dass die Reform einen „nachweisbaren normativen Rückschritt“ darstellt, indem sie den Provinzen die Definition technischer Schutzkriterien überträgt. Dies würde die nationalen Standards fragmentieren und könnte Bergbauprojekte in Gletschergebieten von Mendoza ermöglichen, was direkte Auswirkungen auf den Colorado-Fluss hätte.
Die Klage behauptet, dass die Norm verfassungswidrig ist und gegen die Artikel 41, 43 und 75 Absatz 22 der Nationalen Verfassung verstößt, die das Recht auf eine gesunde Umwelt, effektiven gerichtlichen Schutz und die Einhaltung internationaler Verträge mit Verfassungsrang garantieren.

Änderungen durch die Reform
Das neue Gesetz definiert das geschützte Objekt neu und beschränkt den Schutz auf Gletscher und periglaziale Umgebungen, die „spezifische hydrologische Funktionen“ erfüllen. Zu den umstrittensten Punkten gehören:
- Änderung der Zuständigkeit: Die Autorität für den Schutz geht von der Nation auf die Provinzen über.
- Unverbindliches Inventar: Obwohl das IANIGLA das Nationale Gletscherinventar beibehält, können die Provinzen über deren Schutz entscheiden, ohne dass das Institut Entscheidungen ablehnen kann.
- Erlaubte Aktivitäten: Die Erkundung und Ausbeutung von Bergbau- und Kohlenwasserstoffressourcen in zuvor als streng geschützten Gebieten, wie Schuttgletschern, wird ermöglicht.
- Umweltbewertung: Die geplanten Aktivitäten müssen Umweltverträglichkeitsprüfungen unterzogen werden, jedoch nach lokalen Kriterien.
Risiken und Kontroversen
Umweltorganisationen und Wissenschaftler warnen, dass die Reform eine Entschützung strategischer Wasserquellen bedeutet, was zu Protesten und kollektiven Klagen geführt hat. Sie weisen darauf hin, dass die Norm Investitionen in den Bergbau in den Kordillerengebieten von Kupfer, Gold und Silber begünstigt, jedoch auf Kosten fragiler Ökosysteme und Gemeinschaften, die von diesen Wasserressourcen abhängig sind.
Das vorherige Gesetz (26.639), das 2010 verabschiedet wurde, legte nationale Mindeststandards fest und verbot den Bergbau in Gletscher- und periglazialen Gebieten, wobei das IANIGLA als entscheidende wissenschaftliche Autorität fungierte. Die Reform hebt diesen verbindlichen Charakter auf und überträgt die Verwaltung an die Provinzen.
Der Fall von La Pampa setzt einen wichtigen Präzedenzfall: Jede kollektive Klage gegen die Reform muss vor dem Gericht in Santa Rosa verhandelt werden. Die Diskussion spiegelt die Spannung zwischen Umweltschutz und extraktiver Entwicklung wider und eröffnet eine nationale Debatte über das Ausmaß der verfassungsmäßigen Rechte im Hinblick auf die Ausbeutung strategischer Ressourcen.



