Spanien: 44 % der Flüsse und Feuchtgebiete in Umweltgefahr, warnt SEO/BirdLife

Spanien steht vor einer entscheidenden Herausforderung bei der Wiederherstellung seiner Flüsse und Feuchtgebiete. Die Organisation SEO/BirdLife hat auf die kritische Situation der aquatischen Ökosysteme hingewiesen und auf die Notwendigkeit, im nächsten hydrologischen Planungszyklus 2028-2033 zu handeln, der die letzte Gelegenheit sein könnte, den angesammelten Umweltschaden umzukehren.

Flüsse und Feuchtgebiete in Gefahr

SEO/BirdLife hat seine Bedenken in jeder der zwölf interkommunalen hydrografischen Einzugsgebiete vorgebracht und hervorgehoben, dass fast die Hälfte der Flüsse und Feuchtgebiete Spaniens nicht den europäischen Umweltnormen entspricht. Die Biodiversität bleibt gegenüber produktiven Anforderungen zweitrangig, was viele dieser Gewässer in einem schlechten ökologischen Zustand belässt.

Die NGO fordert eine tiefgreifende Transformation im Wassermanagement, die natürliche Ökosysteme über wachsende wirtschaftliche und klimatische Belastungen stellt. Laut ihren Daten hat 44 % der Wassermassen keinen günstigen ökologischen Zustand erreicht.

Nach mehr als zwei Jahrzehnten unter der Wasserrahmenrichtlinie bleibt die Situation aufgrund von Übernutzung, Verschmutzung und Verlust der Biodiversität kritisch. Ambitioniertere Umweltziele zu integrieren, ist entscheidend, um zu verhindern, dass dies die letzte Gelegenheit zur Rettung dieser Ökosysteme ist.

Eine der schärfsten Kritiken von SEO/BirdLife ist der Mangel an Integration der Biodiversität in die Managementpläne. Obwohl das Natura 2000-Netzwerk in technischen Dokumenten präsent ist, ist sein Einfluss auf die Entscheidungen unzureichend.

Die Wasseranforderungen für geschützte Lebensräume müssen verbindlich sein. Wir können das für das Leben notwendige Wasser nicht produktiven Interessen unterordnen. Die Pläne müssen auf aktuellen Klimaszenarien des IPCC basieren und sich der neuen klimatischen Normalität mit häufigeren extremen Phänomenen stellen.

Für die Experten muss die Klimaanpassung im Mittelpunkt der Wasserpolitik stehen und nicht eine ergänzende Option sein. Die NGO betont, dass es unangemessen ist, Dürren als Ausnahmen zu behandeln; sie müssen als Teil einer neuen Normalität anerkannt werden.

Die Organisation kritisiert die Politik der Modernisierung der Bewässerungssysteme, die zu einem Anstieg des gesamten Wasserverbrauchs geführt hat, und fordert, Expansionen in Einzugsgebieten mit strukturellen Wasserdefiziten zu stoppen.

Der Anstieg des Meeresspiegels ist eine weitere kritische Herausforderung. Marschen und Küstenaquiferen könnten aufgrund des Rückgangs von Süßwasser mit Versalzung konfrontiert werden. Die NGO schlägt naturbasierte Lösungen wie die Wiederherstellung von Überflutungsebenen und Mäandern vor, um die Resilienz der Ökosysteme zu verbessern.

Schließlich verteidigt SEO/BirdLife die Landpflege als Werkzeug der Zusammenarbeit zwischen Eigentümern, Umweltorganisationen und Verwaltungen, um der Wiederherstellung von Flüssen und Feuchtgebieten einen effektiven Impuls zu geben.

Angesichts der Klimakrise und des Wassermangels hängt die Zukunft der aquatischen Ökosysteme von entschlossenen Maßnahmen im nächsten hydrologischen Planungszyklus ab.

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