Die nationale Abgeordnete Marcela Pagano hat im Abgeordnetenhaus den Gesetzentwurf zur Schaffung des Regimes des Rechts auf Reparatur und gegen geplante Obsoleszenz (LEDER) eingebracht. Der Vorschlag zielt darauf ab, Verbraucher zu schützen, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und ein Modell des nachhaltigen Konsums angesichts der systematischen Entsorgung von Elektronikgeräten und Haushaltsgeräten zu fördern.
Der zentrale Punkt erkennt das Recht jeder Person an, ihre Güter zu reparieren — oder frei zu wählen, wer dies tut — und Zugang zu den notwendigen Komponenten, Werkzeugen und Handbüchern zu haben. Außerdem wird die Priorität der Reparatur gegenüber dem vollständigen Austausch des Geräts festgeschrieben, wenn dies machbar ist.
Schluss mit Design-Fallen
Der Entwurf verbietet ausdrücklich die geplante Obsoleszenz, definiert als die Nutzung von Design-, Produktions- oder Softwareentscheidungen, die darauf abzielen, die Lebensdauer eines Geräts absichtlich zu verkürzen.
Auch die sogenannten Reparaturbarrieren werden beseitigt, wie z.B. Computerblockaden von Komponenten oder digitale Kopplungen, die die Installation kompatibler Ersatzteile verhindern.
Hauptverpflichtungen für Hersteller und Importeure
- Garantierte Ersatzteile: Sie müssen Teile für einen Mindestzeitraum nach der Einstellung eines Produkts bereitstellen. Für weiße Ware darf der Zeitraum nicht weniger als 10 Jahre betragen.
- Zugang zu technischen Informationen: Handbücher, Diagramme, Fehlercodes und Diagnosewerkzeuge müssen kostenlos und in spanischer Sprache verbreitet werden.
- Regulierung der Software: Updates, die die Leistung des Geräts verringern, oder der Einsatz von künstlicher Intelligenz, die absichtlich die Funktion beeinträchtigt, sind verboten.
- Garantieverlängerung: Die Reparatur eines Gutes innerhalb der gesetzlichen Garantie verlängert die Abdeckung um ein weiteres Jahr.

Transparenz für den Käufer
Das Gesetz sieht die Schaffung eines Reparierbarkeitsindex vor, der auf den Produkten sichtbar ist und bewertet:
- Leichtigkeit des Zerlegens.
- Verfügbarkeit und Kosten von Ersatzteilen.
- Geschätzte Lebensdauer.
- Zugang zu technischen Daten.
Dieser Indikator wird es ermöglichen, den Kauf auf langlebigere und nachhaltigere Produkte auszurichten.
Neuer institutioneller Rahmen
Der Vorschlag sieht die Schaffung eines Nationalen Beratungsrats für das Recht auf Reparatur vor, dem das INTI, das Conicet, Universitäten, Unternehmensverbände und Verbraucherverbände angehören.
Darüber hinaus ist eine öffentliche Plattform vorgesehen, um unabhängige technische Dienste zu lokalisieren und die lokale Reparaturindustrie zu stärken.
Internationale Ausrichtung
Das Projekt zielt darauf ab, Argentinien mit fortschrittlichen internationalen Regelungen in Einklang zu bringen, wie denen der Europäischen Union, die bereits Maßnahmen zur Reduzierung von Elektroschrott und zur Förderung der Reparatur umgesetzt haben. Zu den erwarteten Vorteilen gehören:
- Reduzierung von Elektronikabfällen.
- Deviseneinsparungen durch Verlangsamung des ständigen Imports neuer Waren.
- Stärkung der nationalen Reparaturindustrie.
- Förderung eines verantwortungsvolleren und nachhaltigeren Konsums.
Das LEDER-Projekt stellt einen entscheidenden Schritt in Richtung eines gerechteren und nachhaltigeren Konsummodells in Argentinien dar. Durch das Verbot der geplanten Obsoleszenz und die Gewährleistung des Rechts auf Reparatur sollen Verbraucher geschützt, die Umweltbelastung reduziert und die Kreislaufwirtschaft gefördert werden.



