Wenn wir an Windenergie denken, kommen einem als erstes die riesigen Turbinen in den Sinn, die die Landschaft in Land- oder Offshore-Windparks dominieren. Der französische Designer Fabien Brun hat jedoch beschlossen, diese Idee neu zu überdenken. Das Ergebnis dieser Überlegung ist Wind to Watt, ein Vorschlag, der darauf abzielt, Windenergie zu demokratisieren und sie auf das häusliche Niveau zu bringen, ähnlich wie es die Photovoltaik-Solarenergie getan hat.
Windenergie ohne Megaprojekte
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Modellen – wie dem 153 Meter hohen und 90 Tonnen schweren Windgenerator des chinesischen Unternehmens Dongfang Electric – schlägt Wind to Watt eine leichte Struktur aus Aluminiumrohren und Plastikplanen vor.
Die Vorteile sind klar:
- Vereinfacht und beschleunigt die Montage.
- Vermeidet Bauarbeiten wie Betonfundamente.
- Reduziert Kosten und erleichtert den Transport.
- Wird aus recycelbaren Materialien hergestellt.
- Funktioniert leise und mit minimalem visuellen Einfluss.
Skalierbarkeit und verfügbare Modelle
Wind to Watt bietet sechs verschiedene Modelle an:
- Basismodell: misst 1×2 m, erzeugt 0,3 kW und ist für den Wohnbereich gedacht.
- Zwischenmodelle: mit 10,4 kW und 20,8 kW, entworfen für die Leichtindustrie oder Rechenzentren.
- Größeres Modell: misst 10×20 m, erreicht 62,4 kW (mehr als 1.500 kWh/Tag) und kann Energienetze versorgen.
Kosten und Wartung
Laut dem Unternehmen:
- Die Kosten pro installiertem kW liegen bei etwa 2.500 Euro.
- Die jährlichen Wartungskosten werden auf 50 Euro geschätzt.
- Die jährliche Einsparung beträgt etwa 500 Euro, mit einer Amortisation der Investition in fünf Jahren.
- Die projizierte Lebensdauer beträgt 25 Jahre.

Ein Design für die Zukunft
Wind to Watt geht zwei der großen Herausforderungen der Windenergie an:
- Reduzierung der Installationskosten.
- Recycling von Rotorblättern: Es wird geschätzt, dass es in Europa bis 2030 mehr als 50.000 Windgeneratoren geben wird, die das Ende ihrer Lebensdauer erreichen, mit Rotorblättern, die aufgrund ihrer Verbundwerkstoffe schwer zu recyceln sind.
Bruns Vorschlag zielt darauf ab, dieses Problem von Anfang an zu vermeiden, indem recycelbare Materialien und modulare Strukturen verwendet werden, die den Abbau und die Wiederverwendung erleichtern.
Internationale Validierung
Das Unternehmen wurde bereits international technisch und kommerziell validiert und befindet sich in der Phase der Industrialisierung und kommerziellen Strukturierung.
Ziel ist es, noch in diesem Jahr Pilotprojekte zu starten, mit dem Ziel, eine Massenproduktion und einen globalen Einsatz ohne schwere Infrastrukturen zu erreichen.
Wind to Watt stellt einen Paradigmenwechsel in der Windenergie dar: von teuren und schwer recycelbaren Megaprojekten zu modularen, zugänglichen und nachhaltigen Lösungen.
Wenn es gelingt, sich zu konsolidieren, könnte es die häusliche Windenergie popularisieren und zu einem wichtigen Bestandteil des Energiewandels neben der Solarenergie werden.



