Japan erlebte an diesem Wochenende traurige Tage im Ueno Zoo: die letzten Riesenpandas der asiatischen Nation machten sich auf den Weg nach China.
Es handelt sich um die Zwillinge Xiao Xiao und Lei Lei, die das Archipel an diesem Montag verließen. Damit bleibt Japan nach mehr als einem halben Jahrhundert ohne Riesenpandas.
Die Zwillingspandas, die 2021 im Zoo geboren wurden, wurden als Teil eines Erhaltungsabkommens zwischen beiden Ländern nach China verlegt.
An diesem Montag reisten die Exemplare in einem speziellen LKW zum internationalen Flughafen Narita, wo sie einen Flug in ihr Herkunftsland bestiegen.
Der Einsatz erfolgte unter strengen veterinärmedizinischen und logistischen Protokollen. Es sei darauf hingewiesen, dass diese Verfahren bei internationalen Verlegungen emblematischer Arten üblich sind.

Das Ende der Panda-Diplomatie im Archipel
Die Rückkehr der Riesenpandas Xiao Xiao und Lei Lei erfolgte im Rahmen der bestehenden Kooperationsabkommen zwischen China und Japan.
Diese Abkommen kombinieren Erhaltung, wissenschaftliche Forschung und Diplomatie für die Ausleihe von Riesenpandas an Japan und andere Länder.
Die chinesische Agentur Xinhua berichtete, dass die Rückführung für Februar 2026 geplant war.
Der Transfer wurde jedoch nach Konsultationen zwischen der Metropolregierung von Tokio und den chinesischen Behörden vorgezogen.
Die Zwillinge sind die Kinder von Shin Shin und Ri Ri, einem Riesenpandapaar, das im September 2024 von Japan nach China zurückkehrte.
Ihre ältere Schwester, Xiang Xiang, reiste ebenfalls im Februar 2023 von Japan nach China ab, nach Jahren enormer Medienaufmerksamkeit und massiven Besucherströmen.

Japan bleibt ohne Riesenpandas: Tausende Fans verabschiedeten sie
Der Abschied von den Riesenpandas in Japan löste eine starke emotionale Reaktion aus.
Tausende Menschen verfolgten die letzten Wochen der Zwillinge mit Nostalgie und Dankbarkeit, im Bewusstsein des Endes einer Ära.
Am letzten Tag der öffentlichen Besuche war der Zugang auf 4400 Personen beschränkt. Diese wurden per Losverfahren aus mehr als 108.000 Bewerbern ausgewählt, fast 25-mal die verfügbare Kapazität.
Die Besucher, viele mit Panda-Spielzeugen, riefen laut die Namen der Bären. Außerdem nutzten sie ihre Handys, um Fotos zu machen, während sie Bambus knabberten und durch ihr Gehege spazierten.
In diesem Zusammenhang äußerte sich der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun.
„Ich weiß, dass die Riesenpandas von vielen Menschen in Japan geliebt werden, und wir heißen die japanischen Freunde willkommen, sie in China zu besuchen“, erklärte er.
Japan und die Riesenpandas: mehr als ein halbes Jahrhundert gemeinsamer Geschichte
Die Präsenz von Riesenpandas in Japan reicht bis ins Jahr 1972 zurück. In diesem Jahr kamen Lan Lan und Kang Kang nach Tokio, um die Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu feiern.
Seitdem haben sich diese Tiere als wahre kulturelle Botschafter etabliert. Sie förderten wissenschaftlichen Austausch und stärkten die Verbindung zwischen Tokio und Peking.
Wichtige Meilensteine der Pandas in Japan:
- 1972: Ankunft der ersten Pandas (Lan Lan und Kang Kang)
- 2021: Geburt der Zwillinge Xiao Xiao und Lei Lei
- Juni 2024: Rückgabe von vier Pandas aus Wakayama
- September 2024: Rückkehr von Shin Shin und Ri Ri nach China
- Januar 2026: Abreise der letzten Pandas aus dem Archipel
Im Juni des vergangenen Jahres kehrten auch andere vier Riesenpandas, die in einem Zoo in der Präfektur Wakayama lebten, nach China zurück.
Diese Bewegung antizipierte das Ergebnis, das sich in dieser Woche konkretisierte.
Eine ungewisse Zukunft für neue Abkommen
Mit der Abreise der Zwillinge ist Japan vorübergehend aus dem internationalen Panda-Leihprogramm ausgeschieden.
China nutzt diese Strategie seit Jahrzehnten, um die Erhaltung zu fördern und diplomatische Beziehungen zu stärken.
Die Möglichkeiten, einen Ersatz zu erhalten, sind gering. Die Beziehungen zwischen Tokio und Peking befinden sich auf ihrem tiefsten Punkt seit Jahren, wie japanische Medien hervorhoben.
Peking verleiht die Pandas an andere Länder, behält aber deren Eigentum. Dies schließt auch jeden Nachwuchs ein, den sie während ihres Aufenthalts im Ausland hervorbringen.
Die Zwillinge werden eine neue Phase in China beginnen. Sie werden in Zucht- und Forschungsprogramme integriert, die auf die Erhaltung des Riesenpandas ausgerichtet sind, einer Art, die weiterhin Gegenstand von internationaler Überwachung und Schutz ist.



