Der Atlantik verliert an Salzgehalt und löst weltweite Warnungen vor einem möglichen Zusammenbruch der AMOC aus

Eine jüngste ozeanografische Studie hat einen Rückgang der Salinität um 30 % in einer der salzhaltigsten Regionen des Atlantischen Ozeans festgestellt. Diese chemische Veränderung, die in modernen Aufzeichnungen beispiellos ist, löst neue klimatische Alarmzeichen aus.

Das Phänomen steht im Zusammenhang mit dem beschleunigten Abschmelzen von Gletschern und dem Anstieg der Niederschläge in hohen Breiten. Infolgedessen gelangen große Mengen Süßwasser in den Nordatlantik.

Infolgedessen wird die Atlantische Meridionale Umwälzströmung (AMOC) beeinträchtigt, zu der der Golfstrom gehört. Beide funktionieren wie ein thermisches Förderband, das Wärme auf dem Planeten umverteilt.

Warum sich der Nordatlantik abkühlen wird.
Der Atlantische Ozean verliert an Salinität.

Wie funktioniert die thermohaline Zirkulation und warum ist sie entscheidend?

Die Stabilität dieses Systems hängt von der thermohalinen Zirkulation ab, das heißt vom empfindlichen Gleichgewicht zwischen Temperatur und Salinität. Unter normalen Bedingungen sinkt das salzige und kalte Wasser des Nordatlantiks aufgrund seiner höheren Dichte ab.

Dieses Absinken ermöglicht es, dass tropische Warmwasserströme nach Norden aufsteigen. Dank dieses Prozesses behält Westeuropa ein gemäßigteres Klima als andere Regionen auf gleicher Breite.

Wenn jedoch die Salinität abnimmt, wird das Oberflächenwasser weniger dicht. So bildet sich eine Schicht, die das Absinken verhindert und den ozeanischen Motor schwächt.

Dieses Muster ist kein isoliertes Ereignis, sondern ein Indikator für einen möglichen „Kipppunkt“. Die aktuellen Modelle deuten darauf hin, dass der Kollaps früher eintreten könnte als in früheren Prognosen.

Wie wirkt sich dieses Phänomen auf die Umwelt aus?

Wenn die AMOC kritisch geschwächt wird, würde das globale Klima eine tiefgreifende Umstrukturierung erfahren. Europa könnte innerhalb weniger Jahrzehnte mit Temperaturrückgängen von bis zu 10 °C konfrontiert werden.

Gleichzeitig würde die südliche Hemisphäre mehr Wärme behalten, was Dürren und tropische Monsune verstärken würde. Dies würde die landwirtschaftliche Produktion und die weltweite Ernährungssicherheit beeinträchtigen.

Darüber hinaus würde der Meeresspiegel nicht gleichmäßig ansteigen. An der Ostküste der Vereinigten Staaten könnten Städte wie New York, Boston und Miami von schnellen Überschwemmungen betroffen sein.

Wenn die Strömung, die Wassermassen umverteilt, zum Stillstand kommt, würde der Ozean dazu neigen, sich in bestimmten Küstengebieten anzusammeln. Hinzu kommt die thermische Ausdehnung des wärmeren und stagnierenden Wassers.

Der Atlantische Ozean verliert an Salinität.

Anzeichen für ein System, das an Resilienz verliert

Das Jahr 2025 zeichnet sich als eines der wärmsten Jahre ab, was den Kontext des globalen Erwärmung verstärkt. Der massive Zustrom von Süßwasser zeigt, dass die Arktis mehr Eis freisetzt, als der Atlantik aufnehmen kann.

Infolgedessen ist die Entsalzung um 30 % ein Symptom für ein System unter extremem Stress. Sobald der kritische Schwellenwert überschritten ist, gibt es keine Technologie, die die ozeanische Zirkulation neu starten kann.

Daher werden die wissenschaftliche Überwachung und die drastische Reduzierung der Emissionen zu Prioritäten. Der Zusammenbruch der AMOC zu verhindern, bedeutet, ein wesentliches Zahnrad des planetarischen Klimagleichgewichts zu bewahren.

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