Anfang März 2026 meldeten Fischer aus dem Norden von Veracruz das Auftreten von Teer im Meer und an Stränden in der Nähe der Gemeinde Pajapan. Bürgermeister José Luis González bestätigte, dass es sich um eine Ölverschmutzung unbekannter Herkunft handelte.
Zehn Tage später breitete sich der schwarze Fleck in Richtung der Gemeinde Alvarado aus und beeinträchtigte die Fischereiaktivitäten erheblich.
Ausdehnung der Ölverschmutzung
Kommunale Behörden berichteten, dass die Verschmutzung bereits etwa 230 Kilometer Küste betrifft, von Veracruz bis in den Norden von Tabasco.
Das Red Corredor Arrecifal del Golfo de México meldete 39 betroffene Orte, darunter Gemeinden wie Tatahuicapan, Mecayapan und Pajapan, sowie die Laguna del Ostión, wo neun Fischergemeinden direkt von der maritimen Aktivität abhängen.
Das Öl erreichte auch touristische und ökologische Ziele wie Carrizal, bekannt für seine Thermalquellen, und Gebiete des Biosphärenreservats Los Tuxtlas, wie La Barra de Sontecomapan und Roca Partida.
Auswirkungen auf Fauna und Gemeinden
In Punta Puntilla wurde eine mit Öl bedeckte Schildkröte gefunden, während sich in Jicacal die Fischer selbst organisierten, um die Strände zu säubern. Jaime Santiago Rojas, Präsident der Föderation der Fischereigenossenschaften von Alvarado, beklagte, dass der Fleck bereits die Fischereigebiete erreicht: „Alles ist voller Öl, eine riesige Sache, es sind 4 oder 5 Meilen lang.“
Die Bewohner äußern Frustration über das Fehlen von Lösungen und warnen, dass die Verschmutzung die niedrige Fischproduktion verschärft und eine wirtschaftliche und soziale Krise verursacht.

Betroffene Gebiete
- Veracruz: Tatahuicapan, Mecayapan, Pajapan, Punta San Juan, Playa Linda, Zapotitlán, Tecuanapan, Jicacal, Laguna del Ostión, Catemaco, La Barra de Sontecomapan, Roca Partida, Playa Barrillas (Coatzacoalcos).
- Tabasco: Paraíso und Sánchez Magallanes.
- Andere Punkte: Los Arrecifes, El Salado, Peña Hermosa, Mirador Pilapa.
Historische Hintergründe
Der Golf von Mexiko war Schauplatz von Ölverschmutzungen großen Ausmaßes:
- Ixtoc I (1979-1980): Explosion an einem Pemex-Bohrloch in Campeche, eines der größten Ölverschmutzungen der Geschichte.
- Deepwater Horizon (2010): BP-Katastrophe in den USA, mit 4,9 Millionen verschütteten Barrel.
- Taylor-Verschmutzung (2004-2022): kontinuierliches Leck über 18 Jahre nach dem Hurrikan Ivan.
- Ek-Balam (2023): Verschmutzung entdeckt durch Satellitenbilder, die Küsten von Veracruz und Tamaulipas betroffen.
Sozioökologische Notlage
Die aktuelle Verschmutzung in Veracruz und Tabasco stellt eine sozioökologische Notlage dar:
- Ökologisch: betrifft Riffe, Lagunen und Naturschutzgebiete.
- Wirtschaftlich: trifft Fischerei- und Tourismusgemeinden.
- Sozial: erzeugt Unzufriedenheit aufgrund fehlender offizieller Reaktion.
Die Verschmutzung im März 2026 im Golf von Mexiko zeigt die Verwundbarkeit der mexikanischen Küsten gegenüber Ölverschmutzungen. Die Ausdehnung des schwarzen Flecks und das Versäumnis der Behörden gefährden Ökosysteme, lokale Wirtschaften und die Gesundheit von Tausenden von Menschen.
Die Geschichte der Verschmutzungen in der Region zeigt, dass ohne Prävention, Transparenz und sofortiges Handeln die Umwelt- und Sozialkosten sich wiederholen und vertiefen.



