Ein Bericht von Aves Argentinas enthüllt die kritische Situation des illegalen Handels mit Wildtieren im Land

Der illegale Handel mit Wildtieren konsolidiert sich weiterhin als eine der Hauptbedrohungen für die Biodiversität in Argentinien. Eine kürzlich durchgeführte Erhebung hat das Ausmaß dieser illegalen Aktivität und ihre Auswirkungen auf zahlreiche einheimische Arten aufgezeigt.

Die Studie wurde von der Umweltorganisation Aves Argentinas vorgestellt und basiert auf der Analyse von Beschlagnahmungen, die in den letzten zwölf Jahren in digitalen Medien veröffentlicht wurden. Aus diesen Aufzeichnungen wurde das Ausmaß eines Geschäfts rekonstruiert, das in verschiedenen Teilen des Landes operiert.

Neben der Aufdeckung von besorgniserregenden Zahlen ermöglicht der Bericht das Verständnis, wie die kriminelle Kette funktioniert, die den illegalen Handel mit Tieren und deren Derivaten unterstützt.

Infolgedessen warnen die erhaltenen Daten vor der Notwendigkeit, die Kontrollen zu verstärken und ein größeres gesellschaftliches Bewusstsein für dieses Umweltverbrechen zu fördern.

Ein Bericht von Aves Argentinas zeigt die kritische Situation des illegalen Handels mit Wildtieren im Land auf. Foto: Aves Argentinas.
Ein Bericht von Aves Argentinas zeigt die kritische Situation des illegalen Handels mit Wildtieren im Land auf. Foto: Aves Argentinas.

Mehr als fünfzehntausend Tiere in einem Jahrzehnt beschlagnahmt

Die Erhebung identifizierte insgesamt 15.597 Individuen, die zu 226 verschiedenen Arten gehören. Darunter befinden sich sowohl einheimische Tiere als auch exotische Arten, die ebenfalls Teil des illegalen Handelskreislaufs sind.

Darüber hinaus zeigte die Analyse, dass sich der Handel nicht auf lebende Exemplare beschränkt. Rund 11% der registrierten Beschlagnahmungen betrafen Derivate von Wildtieren. Zu diesen Produkten gehören Felle, Leder, Präparate, geschlachtetes Fleisch und sogar Stoßzähne. Diese Stücke gelangen häufig in illegale Handelskreisläufe, die geheime Märkte versorgen.

Zudem erfolgt die Fang- und Transport der Tiere unter extremen Bedingungen, die ihr Überleben stark beeinträchtigen. In diesem Zusammenhang deuten Schätzungen darauf hin, dass 9 von 10 Tieren sterben, nachdem sie gefangen wurden, sei es während des Transports oder in den ersten Tagen der Gefangenschaft.

Arten und Provinzen mit der höchsten Inzidenz des Handels

Der Bericht weist darauf hin, dass Vögel die am stärksten vom illegalen Handel in Argentinien betroffene Gruppe darstellen. Unter ihnen sticht der Rotschopf-Kardinal als die am häufigsten gehandelte Art hervor.

Es werden auch andere gefährdete Arten registriert, wie der Gelbbrust-Kardinal und die Argentinische Landschildkröte, die aufgrund des illegalen Fangs zusätzlichen Druck ausgesetzt sind. Der Biodiversitätshandel beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Fauna. Einige Pflanzenarten sind ebenfalls Teil dieses illegalen Kreislaufs.

Unter den am stärksten betroffenen Pflanzen erscheinen der Palo Santo und die Bergkiefer, die beide als Arten von hohem ökologischem und kommerziellem Wert gelten. Was die geografische Verteilung der Operationen betrifft, so sind die Provinzen mit der höchsten Anzahl von Beschlagnahmungen Buenos Aires, Entre Ríos, Córdoba, Santa Fe und Mendoza.

Ein Bericht von Aves Argentinas zeigt die kritische Situation des illegalen Handels mit Wildtieren im Land auf. Foto: Aves Argentinas.
Ein Bericht von Aves Argentinas zeigt die kritische Situation des illegalen Handels mit Wildtieren im Land auf. Foto: Aves Argentinas.

Ein kriminelles Netzwerk, das die gesamte Handelskette durchzieht

Der Handel mit Wildtieren funktioniert über eine komplexe kriminelle Struktur, die verschiedene Akteure einbezieht. Zuerst erscheinen die Fänger, die Tiere direkt aus ihrem natürlichen Lebensraum entnehmen.

Anschließend greifen Sammler ein, die Exemplare aus verschiedenen Gebieten zusammenführen. Diese Tiere werden dann von Transporteuren weiterbefördert, die sie zu städtischen Zentren oder illegalen Verkaufsstellen bringen.

Schließlich gelangen die Exemplare zu illegalen Verkäufern und Verbrauchern, die die Nachfrage auf dem Schwarzmarkt anheizen. Dieser Kreislauf kann lokale Netzwerke umfassen, aber auch Verbindungen zum internationalen Handel. Die ständige Entnahme von Individuen hat direkte Auswirkungen auf die Wildpopulationen und stört das Gleichgewicht der Ökosysteme.

Aus diesem Grund warnen Spezialisten und Umweltorganisationen, dass die Bekämpfung des Wildtierhandels die Stärkung der Kontrollen, Verbesserung der Umweltbildung und die Reduzierung der Nachfrage nach illegal gefangenen Arten erfordert.

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