Im Jahr 2021 starben mehr als 200 Magellan-Pinguine in Punta Tombo, Chubut, nachdem ein Mann, Ricardo La Regina, mit schweren Maschinen in sein Feld innerhalb eines Schutzgebiets eingedrungen war. Die Tiere starben durch Zerquetschen und Elektroschocks, mitten in der Fortpflanzungszeit.
La Regina wurde zu drei Jahren auf Bewährung wegen des Verbrechens des Umweltmassakers verurteilt, was zur ersten Verurteilung wegen Ökozid in Argentinien führte.
Die Untersuchung und das Urteil
Der Fall wurde von der Staatsanwältin Florencia Gómez geleitet, der Leiterin der Spezialeinheit für Umwelt und Straftaten gegen Tiere.
- Es wurden 92 Zeugen und Experten für Böden, Fauna und Ökosysteme einberufen.
- Die CONAE und National Geographic unterstützten die Gutachten.
- Es wurden irreparable Schäden in Gebieten mit hoher Nestdichte nachgewiesen, die Erwachsene, Eier und Küken betrafen.
Das Urteil hob die Fragilität des Gebiets hervor, das von der UNESCO als Patagonia Azul anerkannt ist und aufgrund seiner Bedeutung für die Fortpflanzung von Seevögeln die Kategorie PAICA trägt.
Institutionelle und soziale Auswirkungen
Der Fall hatte mehrere Auswirkungen:
- Gründung der ersten spezialisierten Einheit für Tier- und Umweltrecht in Chubut.
- Verdreifachung des Schutzgebiets für den Magellan-Pinguin in der Provinz.
- Erhöhte staatliche Kontrolle in Ankunfts- und Fortpflanzungszeiten, mit Wildhütern und offiziellen Erhebungen.
- Umfassende internationale Berichterstattung, die das Urteil als Präzedenzfall in der lateinamerikanischen Umweltrechtsprechung positionierte.

Die gerichtliche Überprüfung
Die Verteidigung von La Regina legte Berufung gegen das Urteil ein. Das Oberste Gericht von Chubut muss entscheiden, ob es die Verurteilung bestätigt und endgültige Rechtsprechung in Bezug auf Ökozid und Grausamkeit gegenüber Wildtieren schafft.
Die entscheidende Anhörung wird öffentlich stattfinden und auf dem offiziellen YouTube-Kanal des Gerichts übertragen.
Erklärungen der Staatsanwältin
Florencia Gómez betonte:
„Kein Recht ist in diesem Land absolut. Man kann nicht das Eigentum an Land als Argument nutzen, um die Natur zu zerstören, denn die Natur gehört uns allen und der Staat muss für ihren Schutz sorgen.“
Außerdem hob sie hervor, dass der Fall eine klare Botschaft sendet:
„Kein Landbesitzer kann sich als Herr der Natur betrachten. Das Wildleben ist durch Artikel 41 der Nationalen Verfassung geschützt.“
Der Fall Punta Tombo wurde zu einem historischen Präzedenzfall für die argentinische Umweltjustiz, indem er die Figur des Ökozids einführte und die Notwendigkeit verstärkte, emblematische Arten wie den Magellan-Pinguin zu schützen.
Die Entscheidung des Obersten Gerichts wird entscheidend dafür sein, ob dieses Urteil als Doktrin in Lateinamerika gefestigt wird und als Beispiel dafür dient, dass die Natur nicht unter dem Argument des Privateigentums zerstört werden kann.



