Der illegale Handel mit Wildtieren ist eines der schwerwiegendsten Umweltverbrechen in Argentinien. Laut Daten der Wildlife Conservation Society (WCS) Argentinien sind mehr als 135 Arten betroffen und mindestens 20 sind vom Aussterben bedroht.
Dieser illegale Handel umfasst Vögel, Reptilien, Säugetiere und sogar Pflanzen und Hölzer, die gefangen werden, um als Haustiere, Kunsthandwerk, Ornamente, Schmuck, Medizin oder Sammlerstücke verkauft zu werden.
Jüngste Maßnahmen gegen den illegalen Handel mit Wildtieren
Die Fälle häufen sich in verschiedenen Provinzen:
- In Santa Fe wurden bei einer Operation auf der Ruta 34 219 sprechende Papageien, 146 Landschildkröten und Dutzende von Vögeln in prekären Bedingungen beschlagnahmt.
- In Mendoza wurden „sieben Messer“-Vögel gerettet, die für illegale Kämpfe gesucht wurden.
- In Entre Ríos wurde ein Zentrum für illegalen Handel mit Füchsen, einheimischen Vögeln und Jagdtrophäen durchsucht.
- In Chaco wurden zwei Nasenbären in sozialen Netzwerken angeboten, was zeigt, wie digitale Plattformen das Ausmaß des Verbrechens erweitern.
- In Corrientes wurden fast 100 Vögel in Privathäusern gerettet.
Diese Maßnahmen zeigen das Ausmaß des Problems und die Vielfalt der beteiligten Arten.
Auswirkungen und Risiken
Der illegale Handel mit Wildtieren wird von Interpol als eines der größten organisierten Verbrechen der Welt angesehen, nach Drogenhandel, Fälschung und Menschenhandel. Seine Folgen sind vielfältig:
- Verlust der Biodiversität: reduziert Populationen endemischer Arten und bedroht ganze Ökosysteme.
- Gesundheitsrisiko: gefangene Tiere können zoonotische Krankheiten übertragen.
- Hohe Sterblichkeitsraten: nur 1 von 10 gefangenen Tieren überlebt den Transport. Von denen, die verkauft werden, schaffen es nur 5%, in ihren Lebensraum zurückzukehren.

Am stärksten betroffene Arten
Zu den am meisten gehandelten gehören:
- Vögel: sprechender Papagei, Tukan, Flamingo, gelber Kardinal.
- Reptilien: Schwarzleguan, Landschildkröte.
- Säugetiere: Kapuzineraffen und Brüllaffen, Füchse, Nasenbären.
- Katzenartige: Jaguar.
- Pflanzen: Kakteen und Orchideen.
Großstädte wie Buenos Aires, Rosario, Mendoza und Córdoba fungieren als Zentren für Nachfrage und Vertrieb in internationale Märkte in Nordamerika, Europa und Asien.
Rechtsrahmen und Herausforderungen
Das Gesetz 22.421 zum Schutz der Tierwelt (1981) verbietet das Fangen, den Transport, den Handel und den Besitz von Wildtieren. Dennoch erschweren der Mangel an Koordination zwischen den Provinzen und der Nation sowie der geheime Charakter des Verbrechens die genaue Datenerfassung.
Carina Righi, Koordinatorin von WCS Argentinien, warnt, dass die verfügbaren Zahlen „das Problem immer unterschätzen“, erkennt jedoch an, dass in den letzten Jahren die Kontrollen und Maßnahmen zugenommen haben.
Bürgerbewusstsein
Umweltorganisationen betonen, dass wilde Tiere keine Haustiere sind. Sie in Haushalten zu halten, ist illegal und gefährlich. Sie empfehlen:
- Keine Wildtiere zu kaufen oder zu fangen.
- Die Behörden zu benachrichtigen, wenn ein Exemplar gefunden wird.
- Keine als Haustiere gehaltenen Tiere ohne offizielle Intervention freizulassen, da sie eine Rehabilitation benötigen.
Der illegale Handel mit Wildtieren in Argentinien ist ein Umwelt- und Gesundheitsverbrechen, das die Biodiversität und das Überleben emblematischer Arten bedroht. Ihn zu bekämpfen erfordert strengere Kontrollen, Zusammenarbeit zwischen den Gerichtsbarkeiten und Bürgerbewusstsein, um eine Praxis zu stoppen, die Tiere zu Opfern eines globalen illegalen Marktes macht.



