Die Justiz lehnt die einstweilige Verfügung von La Pampa ab, erlaubt jedoch die Klage gegen die Reform des Gletschergesetzes.

Das Bundesgericht von Santa Rosa, unter der Leitung von Richter Juan José Baric, lehnte die einstweilige Verfügung ab, die von der Provinz La Pampa, der Nationalen Universität von La Pampa und Umweltorganisationen eingereicht wurde, um die sofortige Anwendung des Gesetzes 27.804 (Reform des Gletscher-Gesetzes) auszusetzen.

Der Richter stellte fest, dass die notwendigen Voraussetzungen für eine allgemeine Aussetzung der Norm im ganzen Land nicht erfüllt wurden. Er erklärte jedoch die Zulässigkeit der kollektiven Umweltklage und ermöglichte die Debatte über die Verfassungsmäßigkeit der Reform.

Argumente der Klage

Die Klage wurde vom Gouverneur Sergio Ziliotto, der Staatsanwaltschaft und Umweltorganisationen eingereicht, die argumentieren, dass die Reform einen „regressiven Schritt“ im Umweltbereich darstellt. Die Hauptkritikpunkte waren:

  • Reduzierung geschützter Gebiete.
  • Lockerung von Verboten für extraktive Tätigkeiten.
  • Dezentralisierung von Bewertungen der Umweltverträglichkeit auf die Provinzen.
  • Schwächung des Nationalen Gletscherinventars und der technischen Rolle des IANIGLA.

Die Kläger warnten, dass die Reform Bergbau- und Kohlenwasserstoffprojekte in sensiblen Gebieten ermöglichen könnte, was strategische Süßwasserreserven beeinträchtigen würde.

Begründungen des Richters

Baric argumentierte, dass die Klage das Gesetz „abstrakt“ in Frage stellt, ohne spezifische Projekte oder aktuelle Schäden durch die Norm zu identifizieren. Er zitierte das Präzedenzfall des Obersten Gerichtshofs im Fall „Thomas“, der Grenzen für die Aussetzung von Gesetzen durch einstweilige Verfügungen festlegte.

„Der Antrag auf einstweilige Verfügung ist kein geeignetes Mittel, um das spekulative Interesse der Kläger zu befriedigen“, stellte er in seinem Urteil fest und fügte hinzu, dass eine nationale Aussetzung erhebliche Auswirkungen auf das Prinzip der Gewaltenteilung hätte.

Die Provinz Buenos Aires lehnt die Reform des Gletscher-Gesetzes ab und behauptet, dass „der Schaden irreversibel sein wird“. Foto: Umweltministerium der Provinz Buenos Aires.
Das Gericht von Santa Rosa lehnt die Aussetzung des Gletscher-Gesetzes ab.

Die Reform des Gletscher-Gesetzes von 2026

Die im April 2026 verabschiedete Änderung brachte wesentliche Veränderungen mit sich:

  • Geringerer Umweltschutz: Das ursprüngliche Gesetz (2010) verbot Bergbau und Kohlenwasserstoffe in allen Gletschern und periglazialen Umgebungen; die Reform erlaubt Aktivitäten in „Schuttgletschern“ oder nicht als strategisch angesehenen Gebieten.
  • Fokus auf die Wasserfunktion: Es werden nur Gletscher streng geschützt, die strategische Wasserreserven sind.
  • Provinzielle Autorität: Die Provinzen entscheiden, welche Gebiete die Wasserfunktion erfüllen.
  • Förderung des Bergbaus: Zuvor gestoppte Projekte werden ermöglicht.

Fortsetzung des Prozesses

Das Gericht ordnete an, dass der Nationalstaat den im Gesetz 16.986 vorgesehenen Bericht vorlegt und bestätigte die Eintragung des Falls im Öffentlichen Register der Kollektivprozesse. Das Verfahren wird fortgesetzt, wobei die Debatte über die Verfassungsmäßigkeit der Reform offen bleibt, inmitten der Spannungen zwischen Umweltsektoren, Provinzen und Bergbau- und Energieakteuren.

Die gerichtliche Entscheidung markiert einen Ausgleichspunkt: Sie lehnt die sofortige Aussetzung des Gesetzes ab, hält jedoch die kollektive Klage aufrecht, die seine Verfassungsmäßigkeit in Frage stellt. Die Zukunft des Schutzes von Gletschern und Süßwasserreserven in Argentinien hängt davon ab, wie dieser Prozess voranschreitet, der auf einem sozial und politisch hochsensiblen Terrain auf Umwelt- und Wirtschaftsinteressen trifft.

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