Brasilien erntet 1.100 Tonnen Araukarien-Samen, um die Paraná-Kiefer vor dem Aussterben zu retten

Zwischen 2023 und 2025 sammelten Landwirte im Bundesstaat São Paulo mehr als 1.100 Tonnen Pinhão, den Samen der Araucaria angustifolia, bekannt als Paraná-Kiefer.

Die Initiative zielt darauf ab, den Süden Brasiliens wieder zu bevölkern und diese vom Aussterben bedrohte Art zu schützen, deren Silhouette untrennbar mit dem Atlantischen Regenwald und dem kulturellen Gedächtnis der indigenen Bevölkerung verbunden ist.

Das Programm sieht wirtschaftliche Anreize vor: bis zu 36.000 Reais für Landwirte und 250.000 Reais für Organisationen, die an Erhaltungsmaßnahmen teilnehmen, was etwa 6.000 bzw. 43.000 Euro entspricht.

Wirtschaftlicher und kultureller Wert des Pinhão

Der Pinhão ist nicht nur für die Tierwelt, sondern auch für die lokalen Gemeinschaften von entscheidender Bedeutung. Seine wirtschaftliche Nutzung macht den Baum zu einer wertvolleren Ressource im Stehen als gefällt.

In Cunha, einer Gemeinde im Paraíba-Tal, die 95 % der Ernte in São Paulo konzentriert, ist die Aktivität seit Generationen Teil der Familienwirtschaft.

Darüber hinaus hat der Baum eine starke Verbindung zum Volk der Xokleng in Santa Catarina, das ihn als Nahrungsquelle, für traditionelle Anwendungen und spirituelle Bedeutung betrachtet.

Kritischer Erhaltungszustand

Die Araukarie ist in Brasilien als vom Aussterben bedrohte Art eingestuft.

  • Verbleibende Fläche: Es sind nur noch zwischen 2 % und 5 % der ursprünglichen Wälder vorhanden.
  • Fragmentierung: Die natürlichen Populationen sind isoliert, und das Fällen großer Exemplare ist gesetzlich verboten.
  • Reifezeit: Es dauert zwischen 12 und 15 Jahren, bis sie Pinhões produziert, obwohl sie Jahrhunderte alt werden kann.
semillas de araucaria
Die Samen der Araukarie sind entscheidend für die lokale Wirtschaft und die Umwelt.

Wiederherstellungsbemühungen

Das Projekt beschränkt sich nicht nur auf die Samensammlung. Es umfasst:

  • Zahlung für Umweltleistungen: wirtschaftliche Anreize für Produzenten und Organisationen.
  • Pflanzung von Setzlingen und Wiederherstellung von permanenten Schutzgebieten.
  • Schaffung von Obstgärten und Erhaltung erwachsener Bäume.
  • Indigener Widerstand: Ureinwohner führen die Pflanzung von Tausenden von Exemplaren als kulturelle und territoriale Verteidigung an.

Ökologische, ernährungsphysiologische und kulturelle Bedeutung

Die Araukarie ist ein biokulturelles Symbol des Südens Brasiliens:

  • Ökologisch: Schlüsselart des Atlantischen Waldes, essentielle Nahrung für Vögel wie den Blauhäher und lokale Säugetiere.
  • Ernährungsphysiologisch: Der Pinhão ist reich an Proteinen, gesunden Fetten, Eisen und Zink; ein Hauptbestandteil der traditionellen Küche und der Festas Juninas.
  • Historisch: Jahrtausende alter Baum, der mit Dinosauriern koexistierte, Symbol für Stärke und Widerstand.

Die Ernte von 1.100 Tonnen Araukariensamen stellt eine strategische Anstrengung dar, um die Paraná-Kiefer vor dem Aussterben zu bewahren. Das Projekt kombiniert ökologischen Schutz, wirtschaftliche Anreize und kulturelle Verteidigung und stärkt die Pinhão-Kette als Motor der Nachhaltigkeit.

Das Überleben der Araukarie ist nicht nur für die Biodiversität des Atlantischen Regenwaldes, sondern auch für die historische und kulturelle Identität des Südens Brasiliens von entscheidender Bedeutung.

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