Mehr als 280 Wissenschaftler warnen vor der dringenden Notwendigkeit, die Tierwelt zu schützen, um den Klimawandel zu bremsen

Zum ersten Mal haben sich führende Experten aus aller Welt zusammengeschlossen, um die entscheidende Rolle zu bekräftigen, die Wildtiere bei der Minderung des Klimawandels und der Resilienz von Ökosystemen spielen. Insgesamt 287 Wissenschaftler aus sechs Kontinenten unterstützten den Wissenschaftlichen Konsens über Wildtiere und Klima und forderten gemeinsam die Regierungen auf, die Fauna und ihre ökologische Rolle formell in die Klimapolitik zu integrieren.

Der Konsens wurde offiziell auf einer Pressekonferenz im Rahmen der Sitzungen der UNFCCC (Rahmenkonvention der Vereinten Nationen über Klimaänderungen) vorgestellt. Dieser Meilenstein entstand auf Anstoß afrikanischer Führer, die auf der letzten COP30 begannen, eine Erklärung über Wildtiere für das Klima zu fördern.

Wildtiere als Klimaverbündete

Indem sie in ihrer natürlichen Umgebung leben, agieren Tiere als wahre ökologische Ingenieure. Ihr tägliches Verhalten trägt direkt zur natürlichen Speicherung und Aufnahme von Kohlenstoff bei:

  • Marine Arten: Fische im offenen Meer transportieren Kohlenstoff in die Tiefen des Ozeans.

  • Große Pflanzenfresser: Bisons fördern das Pflanzenwachstum durch Weiden und Nährstoffrecycling.

  • Landfauna: Waldelefanten verbreiten Samen von Bäumen mit hoher Kohlenstoffspeicherkapazität.

Ein Schlüsselartikel, der in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde, schätzte, dass die Erholung der Wildtierpopulationen die CO₂-Aufnahme um zusätzliche 6,41 Gigatonnen pro Jahr erhöhen könnte. Dieses Volumen würde helfen, die notwendige Lücke zu schließen, um die globale Erwärmung unter 1,5°C zu halten.

Die 3 Säulen des Wissenschaftlichen Konsenses

Durch einen strukturierten und transparenten Entwurfsprozess einigte sich das Kollektiv der Akademiker auf drei wesentliche Punkte:

  1. Das natürliche Verhalten der Tiere (Weiden, Raubtierverhalten, Bewegung und Ausscheidung) beeinflusst positiv die klimabezogenen ökologischen Prozesse.

  2. Diese Prozesse sind entscheidend für die Regeneration und Stabilität der Ökosysteme, werden aber derzeit in der Klimaplanung ignoriert.

  3. Die Bewertung von naturbasierten Lösungen ohne Berücksichtigung der Wildtiere ist wissenschaftlich unvollständig.

Erklärungen der Experten

Ed Goodall (Weltverband für Tiere):

„Es besteht ein breiter Konsens über die Notwendigkeit, die durch Tiere vermittelten Prozesse, von der Samenverbreitung bis zur Veränderung von Ökosystemen, besser in der Biodiversitätspolitik anzuerkennen. Dieses Dokument bietet politischen Entscheidungsträgern eine solide und glaubwürdige Grundlage, um dies zu erreichen“.

Matt Collis (Internationaler Tierschutzfonds – IFAW):

„Wildtiere sind einige unserer größten Verbündeten, um den Planeten vor der Klimakatastrophe zu schützen, aber ihre Rolle wurde viel zu lange übersehen. Die Klimapolitik kann die Wildtiere nicht länger ignorieren“.

Jens-Christian Svenning (Universität Aarhus, Dänemark):

„Tiere beeinflussen den Kohlenstoffkreislauf, Feuerrhythmen und die Anpassung an den Klimawandel. Die wissenschaftlichen Beweise haben erheblich zugenommen, und dies in den politischen Maßnahmen anzuerkennen, ist ein grundlegender Schritt“.

Zur Ergänzung dieser Einführung wurde die offizielle Website des Konsenses über Wildtiere und Klima gestartet, eine Plattform, die darauf abzielt, diese wissenschaftlichen Beweise den Entscheidungsträgern weltweit näherzubringen.

 

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