In einem beispiellosen Ereignis für Lateinamerika ist es einer Gruppe argentinischer Forscher gelungen, das erste genetisch entworfene Schwein zu klonen, um die Organspende an Menschen zu erleichtern. Dieses innovative Projekt fand an der Fakultät für Veterinärwissenschaften der UBA statt, wo ein scheinbar gewöhnliches Ferkel geboren wurde, dessen Genom dank der CRISPR-Cas9 Gen-Editierungstechnik modifiziert wurde.
Das erste geklonte Schwein für Organspenden in Lateinamerika
Die DNA dieses Schweins enthält ein „Triple Knockout„, das heißt, drei Gene wurden deaktiviert, um die Abstoßung durch das menschliche Immunsystem bei einer möglichen Transplantation zu verringern. Bisher hatten nur die Vereinigten Staaten und China diesen technologischen Fortschritt erreicht.
Dieser Erfolg wurde durch die Zusammenarbeit zwischen der UBA, der <a href="https://noticias.unsam.edu.ar/2026/05/07/xenotrasplantes-crofabiotech-logro-un-hito-cientifico-sin-precedentes-en-america-latina/“ target=“_blank“>Nationalen Universität von San Martín und dem Startup CrofaBiotech möglich. Durch eine Kombination aus fortschrittlicher Gen-Editierung und Embryotransfer versucht das Konsortium, ein grundlegendes Problem anzugehen: den Mangel an verfügbaren Organen für Transplantationen.
Der Bedarf an Organen in Argentinien ist kritisch. Laut INCUCAI-Daten stehen mehr als 7.000 Menschen auf der Warteliste für eine Transplantation, während im Jahr 2026 bisher nur 900 Eingriffe durchgeführt wurden. Weltweit schätzt die Weltgesundheitsorganisation, dass nur 10% der Nachfrage nach Organen gedeckt werden, was viele Menschen in verzweifelte Situationen bringt.
Das Schwein wurde aufgrund seiner anatomischen und physiologischen Ähnlichkeit mit Menschen sowie seines schnellen Fortpflanzungszyklus ausgewählt. Die größte Herausforderung besteht jedoch darin, dass das menschliche Immunsystem Schweineorgane normalerweise abstößt. Um dies zu lösen, modifizierte das von Dr. Adrián Mutto geleitete Team das Tier genetisch, um diese Immunantwort zu reduzieren.
Der Klonierungsprozess beinhaltete eine innovative chirurgische Methode, die nicht auf konventioneller künstlicher Befruchtung basiert. Guadalupe Álvarez, Expertin für Chirurgie bei Großtieren, erklärte, dass die modifizierten Embryonen direkt in die Empfängersau implantiert wurden, was zu einer hohen Trächtigkeitsrate führte.
Die nächsten Schritte umfassen die Fortsetzung der Klonierung neuer Exemplare und den Fortschritt in Richtung Knock-in, das die Integration menschlicher Gene zur Erhöhung der Kompatibilität mit dem menschlichen Immunsystem beinhaltet. Diese Arbeit könnte Argentinien als führend in der regenerativen Medizin positionieren.
Das Projekt steht vor finanziellen Herausforderungen, da die kommerzielle Expansion private Investitionen erfordert. Crofabiotech, das Startup hinter der Entwicklung, sucht nach Investitionen, während die UBA die Unterstützung in Infrastruktur und spezialisiertem Personal bietet.
Mit dem Ziel, präklinische Studien abzuschließen und zu Tests am Menschen überzugehen, positioniert dieser Fortschritt Argentinien auf Augenhöhe mit Ländern mit fortschrittlicher Technologie in Xenotransplantationen, wie den Vereinigten Staaten und China.



