Die argentinische Patagonien steht unter Alarm, da mehr als 600 Erdbeben mit den Fracking-Operationen in der Region Vaca Muerta in Verbindung gebracht wurden. Diese Aktivität, die ein entscheidender wirtschaftlicher Motor sein sollte, sorgt nun für Besorgnis über strukturelle Schäden und die zunehmende soziale Spannung in Neuquén.
Fracking in Vaca Muerta: Mehr als 600 Erdbeben und zunehmende Spannung
Seit der Intensivierung des Frackings im Jahr 2015 hat die Anzahl der seismischen Bewegungen in zuvor stabilen Gebieten erheblich zugenommen. Laut Studien gibt es eine direkte Verbindung zwischen den injizierten Flüssigkeiten und der Anpassung des Untergrunds. Währenddessen bricht die Energieproduktion weiterhin Rekorde.
Ein im Januar von NCS Multistage erstellter Bericht hebt einen erheblichen Anstieg der hydraulischen Frakturen in Neuquén hervor. Wenn die aktuellen Trends anhalten, könnte 2026 einen neuen Rekord markieren.
Vaca Muerta, eine ausgedehnte Schieferformation, die seit 2013 für das Fracking geeignet ist, ist das Epizentrum dieser Aktivität. Die Region produziert derzeit große Mengen an Öl und Gas, was bei den Anwohnern Besorgnis auslöst.
Experten und Umweltaktivisten in der Provinz Neuquén äußern ihre Besorgnis über die Folgen dieser Operationen, während die Bewohner in ständiger Angst vor den Erdbeben leben. Seit 2018 hat das Observatorium für induzierte Seismizität 442 Erdbeben registriert, eine Zahl, die laut Experten über 600 liegt.
Die Beziehung zwischen Erdbeben und Fracking ist unbestreitbar, sagt Luciano Fucello, Professor am Instituto Tecnológico de Buenos Aires. In Städten wie Sauzal Bonito und Añelo, Teil der sogenannten „Ölregion“, erreichte die Produktion 2025 570.000 Barrel Schieferöl pro Tag.
Zusätzlich zu den seismischen Auswirkungen erfordert das Fracking große Wassermengen, Sand und produziert kontaminierende Abfälle. Ein Schieferbohrloch kann bis zu 60.000 m³ Wasser benötigen, und der Großteil dieses Ressourcen wird nicht zurückgewonnen, was eine ernsthafte Umweltherausforderung darstellt.
Das Nationale Geographische Institut von Argentinien hat vor dem Risiko einer Kontamination im Einzugsgebiet des Río Negro aufgrund der hohen Dichte von Bohrlöchern gewarnt. Diese Situation hat die Debatte über das Fracking in Lateinamerika neu entfacht, wo Länder wie Brasilien und Kolumbien ihre Politik zur hydraulischen Frakturierung überprüfen.
Mit mehr als 600 seit 2018 registrierten Erdbeben bringen die Bewohner den Anstieg der seismischen Aktivität mit der Ausweitung der Fracking-Operationen in Verbindung. Die hydraulische Frakturierung erfordert nicht nur immense Mengen an Wasser und Sand, sondern stellt auch erhebliche Risiken für die Umwelt und die umliegenden Gemeinschaften dar.



