Internet unter der Umweltlupe: Eine Berechnung, die den Verbrauch jeder Internetsuche misst

Internet wird oft als ein immaterieller Raum wahrgenommen. Doch hinter jeder Suche stehen physische Infrastrukturen, die Energie und Wasser verbrauchen und ständig Kohlenstoff emittieren.

In diesem Sinne warnen die neuesten Studien, dass das Netz bereits 3,7 % der globalen Emissionen verursacht. Tatsächlich würde das Internet, wenn es ein Land wäre, zu den größten Umweltverschmutzern des Planeten gehören.

So trägt die digitale Aktivität im Alltag zu den großen Umweltproblemen bei und zwingt dazu, Gewohnheiten zu überdenken, die bisher harmlos erschienen.

Ein Werkzeug, um den versteckten Einfluss aufzudecken

Vor diesem Hintergrund entwickelten Klimaspezialisten der Universität Exeter das Tool Digital Impact for Species, das zusammen mit Madeby.studio entwickelt wurde. Ziel ist es, die ökologischen Kosten des Surfens im Internet sichtbar zu machen.

Im Gegensatz zu anderen Messgeräten beschränkt sich diese Plattform nicht nur auf die Berechnung von Kohlendioxid. Darüber hinaus werden Variablen wie Energieverbrauch, Wasserverbrauch und indirekte Auswirkungen auf die Biodiversität einbezogen.

Auf diese Weise wird jeder Besuch einer Website nicht mehr nur zu einem einfachen technischen Datum, sondern zu einer Handlung mit messbaren Umweltauswirkungen.

Es wurde ein Rechner entwickelt, der misst, wie viel jede Internetsuche verbraucht. Foto: Pixabay.
Es wurde ein Rechner entwickelt, der misst, wie viel jede Internetsuche verbraucht. Foto: Pixabay.

Was sagen die Ergebnisse der großen Websites?

Die Funktionsweise ist einfach: Es genügt, die URL einer beliebigen Seite einzugeben, um eine Umweltbewertung zu erhalten, die von A+ bis F reicht. Diese Note fasst ihre Auswirkungen auf die Natur zusammen.

Zum Beispiel erhält YouTube.com eine Bewertung C, was auf Verbesserungspotenzial hinweist. Jeder Besuch erzeugt CO₂-Emissionen, verbraucht elektrische Energie und nutzt Wasser zur Kühlung von Servern.

Darüber hinaus wird der Einfluss in verständliche ökologische Äquivalenzen übersetzt, wie Tage der Kohlenstoffaufnahme durch Bäume im Amazonas oder Energieverbrauch, der mit dem von Anna-Kolibris vergleichbar ist.

Wie wird der digitale Fußabdruck berechnet?

Um diese Daten zu erhalten, misst das Tool das Gesamtgewicht jeder Seite mithilfe von Google PageSpeed Insights. Dabei werden Bilder, Texte, Schriftarten und Videos summiert, die bei jedem Besuch geladen werden.

Anschließend wird analysiert, ob die Website auf Servern gehostet wird, die mit erneuerbaren Energien oder mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, unter Verwendung von spezialisierten Datenbanken.

Schließlich werden diese Werte in Modelle für nachhaltiges Webdesign integriert, die technische Metriken in konkrete Umweltauswirkungen umwandeln.

Es wurde ein Rechner entwickelt, der misst, wie viel jede Internetsuche verbraucht. Foto: Pixabay.
Es wurde ein Rechner entwickelt, der misst, wie viel jede Internetsuche verbraucht. Foto: Pixabay.

Wie kann man die ökologischen Kosten von Internetsuchen reduzieren?

Aus Sicht der Nutzer bedeutet die Reduzierung des digitalen Fußabdrucks, effizienter zu suchen. Die Verwendung von präzisen Schlüsselwörtern und das Vermeiden von wiederholten Anfragen verringern den unnötigen Datenverkehr.

Ebenso reduziert das Speichern häufiger Seiten in Lesezeichen und das Schließen offener Tabs den akkumulierten Energieverbrauch. Jede kleine Aktion, multipliziert mit Millionen, hat eine Wirkung.

Darüber hinaus spielen Entwickler und Hosting-Anbieter eine zentrale Rolle. Weniger Bilder verwenden, Schriftarten begrenzen, automatische Videos vermeiden und grüne Web-Hosting-Dienste wählen, sind entscheidende Schritte zu einem nachhaltigeren Internet.

Eine Umweltherausforderung des 21. Jahrhunderts

Zusammenfassend durchläuft der ökologische Wandel auch die digitale Welt. Das bewusste Surfen wird somit zu einer neuen Form des Umweltengagements.

Daher ermöglicht das Verstehen der Auswirkungen jedes Klicks das Übernehmen von Verantwortung, die zwischen Nutzern, Unternehmen und Entwicklern geteilt wird.

Schließlich ist das Sichtbarmachen des Unsichtbaren der erste Schritt, um ein leichteres Netz für den Planeten zu schaffen, das besser mit den aktuellen klimatischen Herausforderungen übereinstimmt.

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