Barcelona: Der Tierschutzrat der Stadtverwaltung befürwortet das Ende der Nutzung von Tieren bei den „Tres Tombs“.

Der Rat für Zusammenleben, Verteidigung und Schutz der Tiere des Stadtrats von Barcelona verabschiedete am 28. Mai eine Stellungnahme gegen den Einsatz von Tieren beim Fest der Tres Tombs.

Der Vorschlag wurde von INTERCIDS und DEPANA eingebracht und erhielt eine breite Mehrheit, mit der einzigen Enthaltung der Vertreter von VOX, Junts und dem Zoo von Barcelona.

Die Stellungnahme wird der Regierungsmannschaft und den Gemeinderatsfraktionen vorgelegt, mit dem Ziel, einen formellen Antrag im Plenum einzubringen. Bei Annahme würde dies das Ende der öffentlichen Finanzierung und der Lizenzen für diese Aktivität in der Stadt bedeuten.

Argumente der Stellungnahme

Der Rat begründete seine Entscheidung mit der Unmöglichkeit, das Tierwohl bei solchen Feierlichkeiten zu gewährleisten:

  • Wesen des Pferdes: Als Flucht- und Herdentiere sind Pferde extrem empfindlich gegenüber Lärm, Menschenmengen und erzwungener Handhabung, was ihnen Angst und Stress bereitet.
  • Körperliches Leiden: Es wurden Ausrutscher auf Asphalt, Lahmheit, übermäßiges Schwitzen und Schmerzen durch den Einsatz von Stahlgebissen und Nasenbändern dokumentiert.
  • Risiken für Menschen: Im Jahr 2024 starben während des Festes plötzlich zwei Pferde, was die Gefahr für die Öffentlichkeit und die Insassen der Kutschen verdeutlicht.
uso de animales
Der Vorschlag des Rates für Zusammenleben zum Einsatz von Tieren zielt darauf ab, ihr Wohl zu schützen.

Barcelona und sein Engagement für Tierschutz

Die Stadt erklärte sich 1996 zur „tierfreundlichen Stadt“. Laut INTERCIDS und DEPANA widerspricht der Einsatz von Tieren bei den Tres Tombs diesem Image. Der Vorschlag zielt darauf ab, das Fest mit sicheren und kreativen Alternativen zu transformieren:

  • Mechanisch angetriebene Wagen.
  • Künstlerische Darstellungen.
  • Audiovisuelle Projektionen.

Auf diese Weise würde der ursprüngliche Sinn der Tradition bewahrt, ohne Tierleid zu verursachen.

Präzedenzfälle in Katalonien

Es gibt bereits zahlreiche Beispiele in Gemeinden wie Mataró, Vic, Gavà und Arenys de Mar, wo der Umzug mit Tieren ausgesetzt oder Alternativen eingeführt wurden.

Barcelona würde sich somit einem regionalen Trend zu feierlichen Veranstaltungen ohne Misshandlung anschließen.

Dokumentarfilm „Desmuntant els Tres Tombs“

Die Verabschiedung der Stellungnahme fällt mit der Premiere des Dokumentarfilms Desmuntant els Tres Tombs zusammen, der von INTERCIDS produziert und am 16. Mai auf YouTube veröffentlicht wurde. Der Bericht versammelt Zeugnisse von Tierärzten, Ethologen, Juristen und Bürgern sowie dokumentierte Bilder, die über Jahre in verschiedenen Orten Kataloniens aufgenommen wurden.

Die Stellungnahme des Tierschutzrates markiert einen entscheidenden Schritt hin zu einem Barcelona, das mit seinem Engagement für das Tierwohl im Einklang steht.

Der Antrag, der dem Plenum vorgelegt wird, könnte die Tres Tombs in ein erneuertes, kulturell reiches und leidfreies Fest verwandeln und die Stadt als Vorreiterin in der Tierschutzpolitik festigen.

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