Capybaras in Nordelta: wie der Pilottransfer von sechs Exemplaren zum Reservat Arroyo La Casilla in San Fernando fortgesetzt wird

Zwischen dem 12. und 13. Januar 2026 wurde eine Operation durchgeführt, um sechs männliche Capybaras vom Gelände von Nordelta, Tigre, in das Private Naturschutzgebiet Arroyo La Casilla in San Fernando zu verlegen.

Die Aktion wurde von den Provinzbehörden als „Pilotversuch“ definiert und erhielt die Genehmigung des Ministeriums für Agrarentwicklung von Buenos Aires und des Verwaltungsgerichts Nr. 1 von San Isidro, unter der Leitung der Richterin María Paula Venere.

Die Maßnahme war eine Antwort auf einen Antrag der Asociación Vecinal Nordelta S.A. (AVN), der 2024 gestellt, zunächst von der Provinzdirektion für landwirtschaftliche Überwachung genehmigt, gerichtlich ausgesetzt und dann erneut freigegeben wurde.

Das Zielreservat

Das Naturschutzprojekt Arroyo La Casilla begann Ende 2023 mit dem Kauf eines 166 Hektar großen Grundstücks durch zehn Familien.

  • Das Gelände verfügt über 2,5 km Küste am Arroyo La Casilla.
  • Es besteht zu 84 % aus überschwemmungsgefährdeten Niederungen und zu 16 % aus höher gelegenen Bereichen.
  • Zwischen 90 % und 95 % des Geländes sind der ökologischen Erhaltung gewidmet, während der Rest für gemeinschaftliche Nutzung und private Wohnhäuser reserviert ist.
  • Die Betriebskosten werden durch einen monatlichen Beitrag der Eigentümer gedeckt.

Das Reservat befindet sich in der Übergangszone des Biosphärenreservats des Paraná-Deltas, was seinen ökologischen Wert verstärkt.

Capybaras in Nordelta
Der Transport von Capybaras in Nordelta bleibt umstritten.

Der sozioökologische Konflikt in Nordelta

Der Transport der Capybaras ist Teil eines komplexen Konflikts, der Urbanisierung, Biodiversität und bürgerliches Zusammenleben kombiniert.

Ursachen des Problems

  • Urbanisierung und Verlust von Feuchtgebieten: Die Entwicklung von Nordelta hat den natürlichen Lebensraum der Capybaras drastisch reduziert.
  • Überbevölkerung: Das Fehlen natürlicher Feinde und das Überangebot an Ressourcen (Gärten, Lagunen) begünstigten das Wachstum der Population.

Auswirkungen und Konsequenzen

  • Für die Anwohner: Schäden an Gärten, Risiko von Verkehrsunfällen und gefährliche Begegnungen mit Haustieren.
  • Für die Capybaras: Überfahren, Misshandlung, Elektrozäune, Verschmutzung und fehlender geeigneter Lebensraum.

Der aktuelle Streit (2024-2026)

  • Umsiedlung: Der Plan, Exemplare in private Reservate zu verlegen, führt zu rechtlichen und sozialen Spannungen.
  • Gegensätzliche Standpunkte: Einige Anwohner unterstützen die Verlegung, während Aktivisten das Recht der Tiere verteidigen, in ihrer Umgebung zu bleiben, und Alternativen wie nicht-tödliche Abschreckungsmittel vorschlagen.
  • Rechtliche Situation: Es gibt gerichtliche Schutzmaßnahmen, die die Capybaras schützen und einen „gerichtlichen Sumpf“ in Bezug auf die Genehmigung von Kontrollmaßnahmen schaffen.

Die Verlegung von sechs Capybaras in das Reservat von San Fernando stellt einen ersten Umsiedlungsversuch im Rahmen eines Konflikts dar, der die Spannungen zwischen Urbanisierung und Naturschutz aufzeigt.

Das Pilotprojekt zielt darauf ab, die Machbarkeit der Integration privater Naturschutzprojekte als Teil der Lösung zu bewerten, während die Debatte darüber fortgesetzt wird, wie ein ausgewogenes Zusammenleben zwischen Anwohnern und Wildtieren in Nordelta gewährleistet werden kann.

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