Die Vögel Islands sind jeden Sommer die Hauptakteure einer der bewegendsten Naturschutztraditionen der Welt.
Zwischen August und September jeden Jahres werfen die Bewohner der Vestmannaeyjar-Inseln Tausende von Atlantik-Puffins von den Klippen ins Meer, um sie vor einem sicheren Tod zu retten.
Diese Praxis, die widersprüchlich erscheinen mag, rettet Tausende von Küken, die durch die künstlichen Lichter der Küstenstädte desorientiert werden.
Das Problem der künstlichen Lichter die die Vögel Islands beeinflussen
Jahr für Jahr verlassen die Puffin-Küken, genannt Pufflings, ihre Nester, um zum ersten Mal den Ozean zu suchen.
Diese kleinen Vögel orientieren sich natürlich am Mondlicht über dem Wasser. Doch die Lichter der Städte verwirren sie völlig.

Deshalb fliegen sie statt zum Meer verloren in Straßen, Gärten oder unter Autos, wo sie Gefahr laufen, überfahren zu werden oder zu verhungern.
Dann tritt die lokale Gemeinschaft mit ihren nächtlichen Rettungspatrouillen in Aktion.
Mitternachtspatrouillen zur Rettung der Vögel Islands
Jede Nacht während der Saison –Puffling-Saison– gehen Kinder und Erwachsene mit Taschenlampen und Kartonboxen auf Streife.
Diese totale Mobilisierung zielt darauf ab, die desorientierten Exemplare zu sammeln, bevor es zu spät ist.
Die Bewohner durchkämmen systematisch Straßen und Gärten, um diese kleinen verlorenen Vögel zu finden. Es ist eine Tradition, die ganze Familien wochenlang einbezieht.
Die sogenannten Puffin-Patrouillen sind zu einer grundlegenden Gemeinschaftsmission für den Erhalt der Art geworden.
Am nächsten Tag bringen die Retter die Boxen zu den Küstenklippen. Dort werfen sie die Puffins in die Luft oder direkt ins Meer, um ihnen zu helfen, ihren Weg zurück zum Ozean zu finden.

Eine Art, die von Island abhängt
Diese Geste ist lebenswichtig für das Überleben der Art weltweit. Ohne diese Hilfe würden viele Küken ihr erstes Zusammentreffen mit der menschlichen Zivilisation nicht überleben.
Die Bedeutung dieser Tradition geht über die islandischen Grenzen hinaus. Das Land beherbergt zwischen 60% und 80% der weltweiten Population von Atlantik-Puffins.
Es wird geschätzt, dass zwischen 8 und 10 Millionen Puffins jeden Sommer nach Island kommen.
Diese Zahl übersteigt bei weitem die 370.000 menschlichen Einwohner der Insel.
Die Beziehung zwischen den Isländern und diesen Vögeln stellt ein einzigartiges Beispiel für Koexistenz und aktiven Naturschutz dar.
Die Tradition zeigt, wie eine ganze Gemeinschaft einen Unterschied im Schutz einer gefährdeten Art machen kann.
Wichtige Fakten zur Rettung von Puffins in Island:
- Die Patrouillen operieren hauptsächlich zwischen August und September
- Tausende von Küken werden jede Saison gerettet
- Die Tradition umfasst die gesamte lokale Bevölkerung
- Das Problem entsteht durch die Verwirrung, die durch künstliche Lichter verursacht wird
- Island beherbergt den Großteil der weltweiten Population der Art



