Jakarta, die bevölkerungsreichste Stadt der Welt mit 42 Millionen Einwohnern, sinkt beschleunigt ab.
Diese Situation, die das Leben der Bevölkerung der Hauptstadt von Indonesien bedroht, befindet sich an einem kritischen Punkt.
Derzeit konvergieren die urbane Entwicklung und die Umweltkrise auf alarmierende Weise und führen dazu, dass Jakarta absinkt.
Warum die Stadt Jakarta absinkt
In erster Linie ist die übermäßige Entnahme von Grundwasser heute die Hauptursache dafür, dass die Stadt Jakarta absinkt.
Laut Daten des Wirtschafts- und Sozialdepartements der UNO haben diese Praxis zusammen mit dem Gewicht der städtischen Infrastruktur und der natürlichen Subsidenz der Sedimente zu Bodensenkungsraten geführt, die in vielen Gebieten jährlich mehrere Dezimeter überschreiten.
Insbesondere der Norden von Jakarta verzeichnet die kritischsten Werte. Dort befinden sich mehrere Gebiete bereits unter dem Meeresspiegel.
Das Problem wird dadurch verschärft, dass das Fehlen eines ausreichenden Trinkwassernetzes einen erheblichen Teil der Bevölkerung dazu zwang, Wasser aus den Grundwasserleitern zu entnehmen.
Diese Dynamik erhöhte die Subsidenz und gefährdete das Gleichgewicht des Untergrunds, wodurch die Anfälligkeit der Hauptstadt im 21. Jahrhundert zunahm.

Eine Megastadt ohne strukturierte Planung
Die demografische Größe von Jakarta übersteigt laut UNO die Summe der Niederlande, Belgien und Portugal.
Die Stadt beherbergt mehr Einwohner als 23 der 27 Länder der Europäischen Union, mit einer der höchsten städtischen Dichten der Welt.
Im Laufe ihrer Geschichte hat sich Jakarta aus aufeinanderfolgenden historischen Schichten entwickelt, von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart.
Der anhaltende Zustrom von Migranten auf der Suche nach Arbeit und besseren Dienstleistungen erhöhte den Druck auf Räume und Ressourcen und formte eine soziale und städtische Umgebung mit enormen Kontrasten.
Dieses Wachstum entstand nicht aus einer strukturierten Planung, was zu den aktuellen Problemen der Megastadt beitrug.
Die klimatische Verwundbarkeit und wiederkehrende Bedrohungen
Als Küstenstadt leidet die Hauptstadt unter immer häufigeren Überschwemmungen, die durch den Anstieg des Meeresspiegels aufgrund des Klimawandels und extremer Regenfälle verschärft werden.
Die Kombination aus meteorologischen Phänomenen und dem Anstieg des Meeres hat wiederkehrende Episoden erzeugt, die sowohl die Infrastrukturen als auch die Lebensqualität ihrer Bewohner bedrohen.
„Dieses Szenario macht Jakarta zu einem paradigmatischen Fall der Herausforderungen, denen asiatische Megastädte angesichts des Fortschreitens der Klimakrise gegenüberstehen“, betonten Analysten der UNO, die in Wired zitiert wurden.
Die extremen Ereignisse sind zu einer strukturellen Sorge für die bevölkerungsreichste Stadt der Welt geworden.

Die Lösungen für Überschwemmungen in Jakarta und die laufenden Projekte
Angesichts dieser Problematik setzen die nationalen und lokalen Behörden verschiedene Strategien um, um die Krise zu bewältigen.
Eines der relevantesten Projekte ist die „Riesige Meeresmauer“. Es handelt sich um ein System von Küstenverteidigungen, das die Stadt vor den Gezeiten und dem Eindringen des Meeres schützen soll.
Weitere wichtige Projekte umfassen:
- Stärkung des öffentlichen Verkehrs durch Erweiterung der U-Bahn-Linien und Leichtbahnsysteme
- Programm zur Wiederherstellung und Normalisierung der städtischen Flüsse zur Optimierung der Entwässerung
- Teilweise Verlagerung der zentralen Verwaltung in die neue Hauptstadt Nusantara auf der Insel Borneo
Der Umzug der Verwaltung wird als Strategie der territorialen Umverteilung präsentiert, um den Druck auf Jakarta zu verringern.
Dennoch steht die Stadt vor Herausforderungen und wird nicht sofort die hohe wirtschaftliche Dichte der Hauptstadt lösen und damit das Problem, dass sie absinkt.
Das Nebeneinander von modernen Geschäftsvierteln und informellen Siedlungen schafft eine soziale Fragmentierung.
Dies erfordert entschlossene öffentliche Politiken in den Bereichen Wohnungswesen, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur, so Analysten der UNO.



