Die Umweltkosten von Vaca Muerta: Berge von Fracking-Abfällen, Gesundheitsprobleme und das Eingreifen der Justiz

Das Vorkommen von Vaca Muerta hat Neuquén zum Epizentrum der Kohlenwasserstoffproduktion in Argentinien gemacht. Mehr als 97% des Öls und 90% des Gases der Provinz werden durch Fracking gewonnen, eine Technik, die 2025 einen historischen Produktionsrekord erreichte. Doch der Energieboom bringt ein wachsendes Problem mit sich: die Ansammlung von kontaminierenden Abfällen.

Arten von Fracking-Abfällen

Fracking erzeugt zwei große Kategorien von Abfällen:

  • Abwasser: Mischungen aus kontaminiertem Wasser, Sole und Chemikalien, die in Argentinien in unterirdische Brunnen injiziert werden (mehr als 95%), eine Praxis, die mit induzierter Seismizität in Verbindung gebracht wird.
  • Halbfeste Abfälle (Cuttings): Schlämme, die aus durchbohrtem Gestein, Sand und Chemikalien bestehen. Anstatt in Hochtemperaturöfen behandelt zu werden, häufen viele Anlagen sie an und bilden sichtbare Berge in der Nähe von Siedlungen.

Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften

Die Lebensqualität in Neuquén hängt buchstäblich von der Windrichtung ab. Anwohner beklagen starke Gerüche, Augenreizungen und Atemprobleme. In Añelo, dem Epizentrum des Ölbooms, befinden sich die Viertel weniger als zwei Kilometer von Deponien entfernt, wo feste Abfälle verarbeitet werden.

Ein emblematischer Fall ist das Unternehmen Comarsa, das beschuldigt wird, 350.000 m³ Abfälle im Freien ohne Abdichtung zu lagern. 2024 verlor es seine staatliche Lizenz und wurde angewiesen, die Abfälle an einen weiter entfernten Ort zu verlagern.

Unternehmen und internationale Akteure

Der Boom von Vaca Muerta zieht globale Investitionen an:

  • China hat etwa 6 Milliarden Dollar in argentinische fossile Brennstoffe investiert, ein Viertel seiner Gesamtinvestition im Land.
  • Pan American Energy, der viertgrößte Ölproduzent in Vaca Muerta, ist im gemeinsamen Besitz von Bridas Corporation und BP; Bridas umfasst argentinisches und chinesisches Kapital (CNOOC).
  • YPF plant, Flüssigerdgas (LNG) nach China, Brasilien, Indien, Japan und Europa zu exportieren.
Vaca Muerta
Vaca Muerta hat die Energieproduktion in Neuquén transformiert, stellt aber auch kritische Abfallprobleme dar.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken

Eine Studie der Concerned Health Professionals of New York (2019) entdeckte mehr als 200 Luftschadstoffe in der Nähe von Fracking-Operationen in den USA und mehr als 1.000 chemische Substanzen in Fracking-Flüssigkeiten, einschließlich Radioaktivität in Abwässern.

In Neuquén wurden Schadstoffe wie Benzol, Blei und Arsen in Böden und Luft identifiziert.

Offizielle und gerichtliche Reaktion

Die Ministerin Leticia Esteves erkannte an, dass die Deponien „Opferzonen“ sind, und kündigte an, dass keine neuen genehmigt werden. Den Ölunternehmen wird auferlegt, in alternative Behandlungsmethoden zu investieren. YPF entwickelt bereits eine Abfallanlage 17 km von Añelo entfernt.

Unterdessen schreitet die Justiz gegen Unternehmen wie Comarsa voran, die beschuldigt werden, ihre Behandlungskapazität zu überschreiten und Verschmutzung zu verursachen. Anwohner berichten von wiederkehrenden Symptomen: Reizungen, Kopfschmerzen und Atemproblemen, insbesondere bei Kindern.

Das Fracking in Argentinien offenbart das Paradoxon von Vaca Muerta: wirtschaftlicher Motor und Quelle der Verschmutzung. Die Abfallberge sind die verborgene Seite der auf politischer Ebene propagierten „Energierettung“. Die Lösung der Abfallbehandlung ist entscheidend, damit das Land zu einem Energiemodell voranschreiten kann, das weder die Gesundheit seiner Gemeinschaften noch die Umwelt opfert.

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