Eine Umfrage von Aurora Lab und Más en Común ergab, dass 85% der Brasilianer bereits die Auswirkungen des Klimawandels in ihrem täglichen Leben spüren, und fast die Hälfte (46%) empfindet diese als intensiv.
Die in São Paulo vorgestellte Studie umfasste 2.630 Teilnehmer und zeigte, wie extreme Wetterereignisse die Wirtschaft, die Gesundheit und das soziale Wohlbefinden beeinflussen.
Die Hauptbeschwerden waren:
- Höhere Lebenshaltungskosten: 53%
- Körperliche Gesundheitsprobleme: 45%
- Hindernisse beim Zugang zur Arbeit: 40%
- Psychische Erkrankungen: 32%
- Einkommensverluste: 17%
- Arbeitsplatzverlust: 10%
Verantwortung beim Übergang
67% der Befragten sind der Meinung, dass die Regierung die Hauptverantwortung dafür tragen sollte, den Schutz der Arbeitnehmer in diesem Kontext zu gewährleisten. Nur 7% nannten die Unternehmer und weniger als 6% selbstorganisierte Gruppen.
Für Gabriela Vuolo, Geschäftsführerin von Aurora Lab, ist dieses Ergebnis besorgniserregend: „Es wird immer mehr extreme Wetterereignisse geben, und die Unternehmer haben ebenfalls eine entscheidende Rolle dabei, den Schutz der Arbeitnehmer während des Übergangs zu gewährleisten“.
Bewusstsein für die Klimakrise
Die Umfrage zeigt, dass 93% der Brasilianer die Notwendigkeit erkennen, die Produktions- und Konsummodelle zu transformieren, um der Klimakrise zu begegnen. Darüber hinaus:
- 67% glauben, dass diese Veränderungen der Arbeiterklasse zugutekommen werden, indem sie Arbeitsplätze schaffen.
- 10% sind der Meinung, dass sie Arbeitsplätze reduzieren werden.
- 45% sind der Ansicht, dass der energetische Übergang soziale Ungleichheiten verringern wird, während 23% glauben, dass sie diese erhöhen werden.

Hauptauswirkungen des Klimawandels in Brasilien
- Extreme Ereignisse: Lang anhaltende Dürren im Norden und sintflutartige Regenfälle im Süden führen zu massiven Vertreibungen, menschlichen Verlusten und millionenschweren Schäden.
- Wirtschaftliche und ernährungsbezogene Auswirkungen: Die steigenden Lebenshaltungskosten und landwirtschaftlichen Schwierigkeiten verteuern die Lebensmittel und beeinträchtigen die Beschäftigung.
- Krise der öffentlichen Gesundheit: Höhere Temperaturen verschärfen Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Gesundheitsprobleme.
- Amazonas in Gefahr: Die Abholzung bringt das Ökosystem an einen „Kipppunkt“, der das Niederschlagsregime auf dem gesamten Kontinent verändern würde.
Soziale Konsequenzen
Hitzewellen, Überschwemmungen und Dürren betreffen unverhältnismäßig stark die am stärksten gefährdeten Gemeinschaften.
Benachteiligte Sektoren sind größeren Risiken von Vertreibung, Wohnungsverlust und Verschlechterung der Gesundheit ausgesetzt, was eine strukturelle Ungleichheit widerspiegelt, die sich mit jeder Umweltkatastrophe vertieft.
Die Dringlichkeit zu handeln
- Schutz des Amazonas: Es ist entscheidend, zu verhindern, dass er seine Fähigkeit verliert, Kohlenstoff zu absorbieren und den Wasserkreislauf zu regulieren, um die globale Stabilität zu gewährleisten.
- Gerechter Übergang: Saubere Energien und nachhaltige Landwirtschaft können Ungleichheiten verringern und Arbeitsplätze schaffen.
- Internationale Führung: Mit der COP30 auf seinem Territorium hat Brasilien die Möglichkeit, Minderungs- und Anpassungspolitiken zu konsolidieren, die den Kurs der nachhaltigen Entwicklung in Lateinamerika bestimmen.
Der Klimawandel wirkt sich bereits direkt auf die Mehrheit der Brasilianer aus, erhöht die Lebenshaltungskosten, beeinträchtigt die Gesundheit und führt zu Vertreibungen. Die Umfrage spiegelt eine Gesellschaft wider, die sich der Notwendigkeit bewusst ist, ihre Produktionsmodelle zu transformieren, aber die Verantwortung hauptsächlich beim Staat sieht.
Um den ökologischen und sozialen Kollaps zu vermeiden, muss Brasilien einen gerechten energetischen Übergang vorantreiben, den Amazonas schützen und eine globale Führungsrolle im Kampf gegen die Klimakrise übernehmen.



