Die Debatte über mögliche Änderungen des Gletscher-Gesetzes (Gesetz 26.639) hat die Diskussion im Süden von Mendoza erneut entfacht.
In San Rafael versammelten sich Anwohner, Umweltorganisationen und soziale Vertreter, um ihren Widerstand gegen jeglichen Versuch auszudrücken, ein Gesetz zu lockern, das die Gletscher und die Periglazialumgebung schützt, die als strategische Süßwasserreserven gelten.
Mit Plakaten und Parolen dominierte eine klare Botschaft:
„Wasser ist nicht verhandelbar“.
In einer Provinz, in der die Wasserressource für die landwirtschaftliche Produktion, den menschlichen Verbrauch und die regionale Entwicklung von entscheidender Bedeutung ist, wurde der Schutz des Wassers zu einem übergreifenden Banner.
Was das geltende Gesetz festlegt
Das Gesetz 26.639 legt Mindestschutzvorgaben fest:
- Es verbietet Aktivitäten, die Gletscher und periglaziale Gebiete beeinträchtigen könnten, wie z.B. die Erkundung und den Abbau von Bodenschätzen.
- Es verpflichtet zur Durchführung von Inventaren und Umweltverträglichkeitsstudien.
- Es erkennt Gletscher als wesentliche Süßwasserreserven für das Land an.
Die Debatte über die Reform
Die Sektoren, die Änderungen vorantreiben, argumentieren, dass die aktuelle Gesetzgebung nachhaltige Bergbauprojekte blockiert und dass das Konzept der „Periglazialumgebung“ zu weit gefasst ist. Sie streben nach mehr Rechtssicherheit und der Vereinbarkeit von produktiver Entwicklung mit Umweltschutz.
Umwelt- und Wissenschaftsorganisationen warnen jedoch, dass eine Änderung des Gesetzes illegal und verfassungswidrig wäre, da sie das Vorsorgeprinzip verletzt und strategische Ressourcen in einem Kontext beschleunigten Klimawandels gefährdet.

Technischer Bericht von NGOs und Wissenschaftlern
Ein von Aves Argentinas, Fundación Vida Silvestre, WCS Argentina und Fundación Humedales vorgelegtes Dokument warnt vor den Risiken der Schutzlosigkeit:
- Gletscher speichern Wasser in Form von Eis und geben es das ganze Jahr über allmählich ab, wodurch Ökosysteme und Wasserdienstleistungen unterstützt werden.
- Schuttgletscher und periglaziale Gebiete liefern in trockenen Jahren bis zu 30 % des Wassers der Flüsse.
- Die Lockerung würde den Bergbau in sensiblen Gebieten ermöglichen, mit dem Risiko von Versorgungsengpässen, Verlust der Biodiversität und irreversibler Degradation.
Hauptauswirkungen der Reform
- Flexibilisierung: Der automatische Schutz aller Gletscher würde aufgehoben und nur auf diejenigen beschränkt, die eine „nachgewiesene Wasserfunktion“ erfüllen.
- Provinzielle Verwaltung: Die Provinzen würden entscheiden, welche Gletscher geschützt werden, was ein heterogenes und willkürliches System schaffen würde.
- Wasserrisiko: Bedrohung der Süßwasserversorgung in ariden Regionen.
- Umweltauswirkungen: Risiko für 86 % der argentinischen Säugetiere und die Biodiversität im Allgemeinen.
Die Debatte über das Gletscher-Gesetz konfrontiert zwei Sichtweisen: die Notwendigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung der Provinz und die Erhaltung strategischer Wasserreserven.
In Mendoza, wo Wasser eine knappe und lebenswichtige Ressource ist, mobilisiert sich die Zivilgesellschaft, um es als gemeinsames Erbe zu verteidigen. Den Schutz der Gletscher zu gewährleisten, bedeutet, das Leben, die Biodiversität und die Zukunft der Gemeinschaften zu schützen.



