Die argentinische Patagonien steht vor einer der schlimmsten Umweltkrisen des letzten Jahrzehnts. Seit Ende Dezember breiten sich Waldbrände über Tausende von Hektar aus und beeinträchtigen geschützte Gebiete wie den Nationalpark Los Alerces.
Die Nationalregierung hat den Feuernotstand erklärt und die Provinz Chubut wurde als „Katastrophengebiet“ eingestuft, mit über 45.000 betroffenen Hektar allein in Los Alerces.
In diesem Kontext sind die unsichtbaren Protagonisten die Feuerwehrleute und Retter, die ihr Leben riskieren, nicht nur um das Feuer einzudämmen und Häuser zu schützen, sondern auch um wilde und domestizierte Tiere zu retten, die in den Flammen gefangen sind.
Der Ursprung der Waldbrände
Das Feuer in Los Alerces wurde durch einen Blitzeinschlag in einem unberührten Gebiet des einheimischen Waldes ausgelöst. Obwohl zunächst Eindämmungsprotokolle angewendet wurden, gerieten die Flammen am 1. Januar aufgrund von hohen Temperaturen, Dürren und starken Winden außer Kontrolle. Die Ansammlung von trockenem Schilf auf dem Boden erleichterte eine schnelle Ausbreitung.
Gefährdete Fauna
Die Flammen betreffen emblematische Arten der Region:
- Huemul oder Andenhirsche (Hippocamelus bisulcus).
- Pudú oder Zwergwild (Pudu puda).
- Puma (Puma concolor).
- Monito del monte (Dromiciops gliroides).
- Zusätzlich zu Wildschweinen und Rothirschen.
Wildtiere neigen dazu, aus den brennenden Gebieten zu fliehen und verletzen sich dabei, wenn sie bewohnte Gebiete erreichen. Tierärzte und Tierschutzorganisationen arbeiten zusammen, um tierärztliche Versorgung, Futter für Haustiere und große Tiere zu sammeln, da die natürlichen Weiden zerstört wurden.
Verletzungen und Folgen für die Fauna
Das Nationale Institut für Agrartechnologie (INTA) warnt, dass Tiere während der Brände leiden:
- Traumatische Podopathien: Verbrennungen an den Hufen durch heiße Böden und glühende Asche.
- Augenverletzungen: Langfristige Exposition gegenüber Rauch und Schwebeteilchen verursacht schwere Keratokonjunktivitis.
- Stress und Dehydrierung: Der metabolische Schock reduziert die Abwehrkräfte und erleichtert opportunistische Krankheiten.

Extreme Bedingungen für Feuerwehrleute
Mehr als 500 Feuerwehrleute arbeiten unter widrigen Bedingungen im Gelände:
- Temperaturen von bis zu 29 ºC.
- Minimale relative Luftfeuchtigkeit von 25 %.
- Winde zwischen 10 und 20 km/h, mit Böen bis zu 35 km/h.
Laut argentinischen Medien wurden etwa 70 Personen betroffen, während sie das Feuer bekämpften.
Ausmaß des Notstands
Die Situation ist in der gesamten Region kritisch:
- Chubut: Komplexester Brandherd in Los Alerces und Wiederaufflammen in Puerto Patriada, El Hoyo und Cholila.
- Río Negro, Neuquén und La Pampa: als Katastrophengebiete aufgrund aktiver Brände erklärt.
- Santa Cruz: Feuernotstand in ökologischen Reservaten und Küstengebieten südlich von Puerto San Julián.
- Insgesamt wurden mehr als 230.000 Hektar in Patagonien zerstört.
Die stille Arbeit der Retter und Feuerwehrleute ist entscheidend, um dieser Tragödie zu begegnen. Während die Flammen Wälder verwüsten und Gemeinden gefährden, sind sie die letzte Hoffnung, sowohl die wilde Fauna als auch die Haustiere zu retten.
Der Feuernotstand in Patagonien erinnert an die Dringlichkeit, die Prävention, das Risikomanagement und den Schutz der Ökosysteme angesichts des Fortschreitens des Klimawandels und der Umweltkrise zu stärken.



