Brasilien und China arbeiten gemeinsam am CBERS 5, dem ersten geostationären Satelliten, der im Rahmen ihrer über drei Jahrzehnte andauernden Weltraumallianz entwickelt wurde.
Das Projekt, angekündigt vom Nationalen Institut für Weltraumforschung (Inpe), ist für 2030 geplant und wird einen technologischen Sprung im Vergleich zu den zuvor gebauten sechs erdnahen Satelliten darstellen.
Fähigkeiten und Ziele
Der CBERS 5 wird ermöglichen:
- Kontinuierliche Echtzeitüberwachung des gesamten brasilianischen Territoriums.
- Bereitstellung von meteorologischen und Umweltbildern zur Erkennung von Stürmen, Dürren und Überschwemmungen.
- Stärkung der Infrastruktur für Umweltbeobachtung, die entscheidend für die Anpassung an den Klimawandel ist.
- Technologischer Fortschritt Brasiliens hin zur Beherrschung geostationärer Satelliten, wodurch seine strategischen Fähigkeiten im Weltraumsektor erweitert werden.
Aufgabenteilung
Laut dem bilateralen Abkommen:
- Brasilien wird die Geostationäre Multi-Missions-Plattform (GeoMMP) entwickeln.
- China wird für die meteorologische und Umwelt-Nutzlast verantwortlich sein, einschließlich der Beobachtungsinstrumente.
Der Koordinator des Inpe, Adenilson Roberto da Silva, betonte, dass die Mission Brasilien ermöglichen wird, ein neues Niveau der technologischen und wissenschaftlichen Autonomie zu erreichen.

Hintergrund der Zusammenarbeit
Die CBERS-Serie (China-Brazil Earth Resources Satellite) hatte bereits greifbare Auswirkungen in Brasilien:
- CBERS-4 und CBERS-4A: bieten kostenlose Bilder zur Überwachung von Abholzung, Bränden, Wasserressourcen und Landnutzungsänderungen im Amazonasgebiet.
- Diese Daten verdoppelten das Volumen der für öffentliche Agenturen und Forscher verfügbaren Bilder und sind entscheidend für Umweltvorschriften und Stadtplanung.
Unmittelbare Zukunft: CBERS 6
Vor dem Start des CBERS 5 ist der CBERS 6 geplant, der der erste der Serie mit Radar sein wird.
- Er wird in einer sonnensynchronen Polarbahn fliegen.
- Er wird Bilder unabhängig von Bewölkung oder Tageslicht aufnehmen.
- Seine Kombination mit der geostationären Überwachung des CBERS 5 wird Brasiliens Fähigkeit zur Erkennung von Abholzung, illegalen Bränden, Bodendegradation und extremen Phänomenen erweitern.
Strategische Auswirkungen
Der Übergang zu geostationären Satelliten stellt einen tiefgreifenden Wandel für Brasilien dar:
- Größere technologische Autonomie im Weltraumsektor.
- Fähigkeit zur sofortigen Reaktion auf Naturkatastrophen.
- Stärkung der internationalen Zusammenarbeit mit China im Technologietransfer.
- Konsolidierung der regionalen Position Brasiliens als führend in der Umweltbeobachtung und im Klimamanagement.
Der CBERS 5 symbolisiert ein neues Kapitel in der Weltraumkooperation zwischen Brasilien und China. Mit Echtzeitüberwachung und fortschrittlichen Fähigkeiten wird der Satellit ein strategisches Werkzeug sein, um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen und die natürlichen Ressourcen zu schützen.
Die Kombination mit dem CBERS 6 wird ein robustes System zur Umweltüberwachung konsolidieren, das sowohl Brasilien als auch der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft zugutekommen wird.



