Primatenschutz in Argentinien: Nur 7,2 % ihres Lebensraums geschützt, Chaco und Formosa durch Abholzung gefährdet

In Argentinien hat sich der Schutz von Primaten zu einer dringenden Priorität entwickelt. Eine kürzlich von Experten des CONICET durchgeführte Studie hat die kritischsten Regionen identifiziert, um die fünf im Land lebenden Primatenarten zu schützen.

Schutzgebiete für Primaten in Argentinien

Die Analyse, die in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung durchgeführt wurde, ergab, dass nur 7,2 % des Primatengebiets unter offiziellem Schutz stehen. Das bedeutet, dass weniger als 20.000 Quadratkilometer geschützt sind, was diese Arten in eine verletzliche Lage bringt.

Die Forscher haben die Provinzen Chaco und Formosa als besonders besorgniserregende Gebiete hervorgehoben. Diese Regionen weisen nur wenige geschützte Gebiete auf und leiden unter hohen Abholzungsraten, was die Lebensräume der Primaten bedroht.

Diese Forschung ist Teil des Nationalen Primatenschutzplans, der 2021 durch die Resolution 430/2021 genehmigt wurde. Dieser Plan legt Strategien fest, um die Bedrohungen zu mindern, denen diese Arten in Argentinien ausgesetzt sind.

In Argentinien bewohnen fünf nicht-menschliche Primatenarten verschiedene Ökoregionen. Der rote Brüllaffe (Alouatta guariba clamitans) ist vom Aussterben bedroht, während der Carayá (Alouatta caraya), der Mirikiná (Aotus azarae), der schwarze Caí (Sapajus nigritus) und der Yungas-Caí (Sapajus cay) als verletzlich eingestuft sind.

Durch Modelle zur Verbreitung von Arten und räumliche Priorisierungsanalysen identifizierte die Studie nationale und regionale wichtige Gebiete für den Schutz dieser Primaten. Daten zur Lebensraumqualität, Konnektivität und Faktoren wie der menschlichen Fußabdruck und der Straßeninfrastruktur wurden integriert.

Die Ergebnisse legen nahe, dass die prioritären Zonen für den Schutz den Atlantischen Wald in Misiones und die feuchten Regionen im Osten von Chaco und Formosa sowie Teile der Yungas umfassen.

Die Schlussfolgerung der Experten ist klar: Es ist entscheidend, die lokalen Gemeinschaften und die Provinzregierungen in einen partizipativen Prozess einzubeziehen, um diese Schutzmaßnahmen umzusetzen und die notwendige Unterstützung und Zustimmung zu sichern.

Der Nationale Primatenschutzplan Argentiniens umfasst sieben Ziele und 32 Maßnahmen, die von verschiedenen Einrichtungen verwaltet werden, darunter Forscher des CONICET. Die nationale Verwaltung wird von der Nationalen Biodiversitätsdirektion geleitet und die Exekutivkoordination von Martín Kowalewski vom CECOAL.

Dieser Plan soll eine Brücke zwischen Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung schlagen, damit die Forschung in konkrete Politik umgesetzt wird. Partizipative Workshops und Umweltbildungskampagnen gehören zu den zukünftigen Maßnahmen, um den Schutz der Primaten in Argentinien voranzutreiben.

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