Wissenschaftler entdecken eine ‚tektonische Bombe‘, die Meeresmikroben anhebt

In einer überraschenden Entdeckung haben US-amerikanische Wissenschaftler ein geologisches Phänomen identifiziert, das einen signifikanten Einfluss auf das mikroskopische Meeresleben haben könnte. Auf einem Treffen der Seismological Society of America (SSA) im Jahr 2026 wurde die Hypothese vorgestellt, dass Subduktionszonen als ‚tektonische Pumpe‚ fungieren und Mikroben aus dem ozeanischen Untergrund in oberflächennähere Schichten heben.

Unter dem Ozean existiert eine riesige tiefe Biosphäre von Mikroorganismen, die über Jahrtausende inaktiv bleiben können. Die Forscher schlagen vor, dass diese tektonischen Bewegungen mehr als eine Million Gigatonnen Flüssigkeiten pro Million Jahre mobilisieren könnten, wobei bis zu 10^30 mikrobielle Zellen transportiert werden, basierend auf theoretischen Modellen.

Der Meeresboden ist keine einfache Wüste, sondern ein Ökosystem, in dem sich Sedimente und mikrobielle Gemeinschaften über Äonen ansammeln. Diese Mikroben haben einzigartige Anpassungen entwickelt, um mit sehr wenig Energie zu überleben, wie Mechanismen zur DNA-Reparatur und spezialisierte Enzyme zur Zersetzung organischer Materie in der Tiefe.

Die Herausforderung besteht darin, zu verstehen, wie diese Mikroorganismen nach ihrer kilometerlangen Begrabung durch Sedimente wieder in einen aktiven Zustand zurückkehren können. In den Subduktionszonen sinkt eine tektonische Platte unter eine andere und sammelt Sedimente in einem Keil, was die Bewegung von Flüssigkeiten durch Brüche und Verwerfungen erleichtert.

Laut Zhengze Li, Forscher an der University of Southern California, wirkt dieser Flüssigkeitsstrom wie ein ‚mikrobieller Aufzug‚, der Mikroorganismen an die Oberfläche hebt. Obwohl nicht alle Mikroben aufsteigen können, finden diejenigen, die es tun, eine günstigere Umgebung zur Reaktivierung und Fortpflanzung.

Der Prozess ist langsam und kann sich über Dutzende von Millionen Jahren erstrecken. In Gebieten wie den kalten Quellen des Meeresbodens kann jedoch direkter Nachweis dieses Flüssigkeitstransports beobachtet werden.

Die SSA gibt an, dass diese Quellen einen aktiven Flüssigkeitsstrom zeigen, der mit der Theorie der tektonischen Pumpe übereinstimmt und eine Gelegenheit bietet, diese mikrobiellen Gemeinschaften zu studieren. Beobachtungen in Costa Rica zeigten eine Korrelation zwischen der seismischen Aktivität und der mikrobiellen Fülle.

Diese Studie schlägt einen Paradigmenwechsel über den Meeresboden vor und deutet auf eine konstante Interaktion zwischen der tiefen Biosphäre und den zugänglicheren Schichten hin, die weitgehend von der Tektonik angetrieben wird.

Während die Arbeit auf Modellen basiert und weitere Forschung erfordert, deutet sie darauf hin, dass die Geologie nicht nur Gesteine, sondern auch Flüssigkeiten und Leben bewegt. Es bleibt noch viel zu erforschen, um zu bestätigen, wie Erdbeben den Ozean auf mikroskopischer Ebene beeinflussen.

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