Nachhaltige Bestattungen: Die neuen umweltfreundlichen Bestattungsalternativen, die den letzten Abschied verändern

Der Bestattungssektor durchläuft ebenfalls einen Wandel und sucht nach Alternativen für nachhaltige Bestattungen. Immer mehr Menschen wünschen sich, dass ihr letzter Abschied nicht nur ein Akt der Liebe gegenüber ihren Angehörigen, sondern auch gegenüber dem Planeten ist.

In diesem Kontext festigen sich Optionen wie die Aquamation, nachhaltige Särge und menschliches Kompostieren als umweltfreundlichere Alternativen zur Einäscherung und traditionellen Bestattung.

Die Nachfrage nach ökologischen Zeremonien

Laut einer Umfrage von Choice Mutual halten 81 % der Amerikaner die Option einer ökologischen Bestattungszeremonie für gültig oder wünschenswert.

Der Trend spiegelt einen kulturellen Wandel wider: Selbst nach dem Tod möchten Menschen ihre ökologische Fußabdruck reduzieren und ein positives Erbe hinterlassen.

Aquamation: Alkalische Hydrolyse als Alternative zur Einäscherung

Die Aquamation oder alkalische Hydrolyse ist eine Technik, die bereits in Mexiko, den USA und Irland praktiziert wird und die ein belgisches Unternehmen erstmals auf dem europäischen Festland erprobt.

Der Prozess besteht darin, den Körper in eine Maschine mit Wasser und Kaliumhydroxid einzuführen. Durch Erhitzen der Flüssigkeit löst sich der Körper auf, wobei nur das Skelett übrig bleibt, das dann getrocknet, zerkleinert und den Angehörigen in einer Urne übergeben wird.

„Es ist eine neue Technologie, die den Energieverbrauch erheblich reduziert und weniger Schadstoffe freisetzt als die traditionelle Einäscherung“, erklärte Tom Wustenberghs, Leiter des Krematoriums Pontes in Antwerpen.

Das belgische Projekt, mit einer Investition von 1,5 Millionen Euro, wird mit an die Wissenschaft gespendeten Körpern beginnen und hofft, den Service ab 2028 kommerziell zum gleichen Preis wie eine herkömmliche Einäscherung anzubieten.

nachhaltige Bestattungen
Aquamation, menschliches Kompostieren und biologisch abbaubare Särge festigen sich als Optionen mit geringerem Umweltauswirkungen.

Umweltauswirkungen traditioneller Methoden

Die Zahlen zeigen die Dringlichkeit sauberer Alternativen:

  • Einäscherung: erzeugt etwa 245 Kilogramm CO₂ pro Körper, was einem Flug Paris-Madrid entspricht, und setzt zudem Stickoxide, Dioxine und Quecksilber frei.
  • Traditionelle Bestattung: setzt zwischen 500 und 800 Kilogramm CO₂ frei, zusätzlich zu den Auswirkungen von Einbalsamierungsprodukten mit krebserregenden Stoffen wie Formaldehyd und Methanol sowie von Särgen mit Metallen und Lacken, die in den Boden eindringen.

Ein erster Schritt zur Reduzierung der Auswirkungen ist die Verwendung von Kartonsärgen, die umweltfreundlicher und kostengünstiger sind.

Menschliches Kompostieren: Den Körper in Leben verwandeln

Eine weitere Alternative, die an Boden gewinnt, ist das menschliche Kompostieren, auch bekannt als Humusierung oder Terramation. Der Körper wird in eine Kapsel mit organischem Material (Holzspäne, trockene Blätter, Zweige) eingeführt und unter kontrollierten Bedingungen zwischen zwei Monaten und einem Jahr gehalten.

Die Knochen werden zerkleinert und dem Hügel zurückgegeben, der sich in 1,5 Kubikmeter fruchtbare organische Materie verwandelt und die CO₂-Emissionen um bis zu 90 % reduziert.

Länder wie Deutschland, die Niederlande, die USA und das Vereinigte Königreich experimentieren bereits mit dieser Technik, und Belgien erwägt, ein Pilotprojekt zu starten.

Gedenkwälder und biologisch abbaubare Kapseln

Weitere innovative Optionen umfassen:

  • Gedenkwälder: einen Baum über den Überresten des Verstorbenen pflanzen.
  • Capsula Mundi (Italien): den Körper oder die Asche in eine biologisch abbaubare Kapsel in Form eines Eies einführen, aus der ein Gedenkbaum wächst.
  • Korallenbestattung: Asche mit ökologischem Zement mischen, um Strukturen zu bilden, die im Meer abgelagert werden und Schutzräume für das Meeresleben schaffen.

Die nachhaltigen Bestattungsalternativen definieren die Art und Weise neu, wie Gesellschaften dem Tod begegnen. Aquamation, menschliches Kompostieren und biologisch abbaubare Särge bieten umweltfreundlichere Optionen, reduzieren Emissionen und erzeugen Leben aus dem Abschied.

Der Trend deutet darauf hin, dass sich diese Praktiken in den kommenden Jahrzehnten weltweit ausbreiten werden und den letzten Abschied in einen Akt der ökologischen Verantwortung und des positiven Erbes für zukünftige Generationen verwandeln.

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