Tierschutzgruppen haben den Tierschutz kritisiert, dass das Nationale Polytechnische Institut (IPN) plant, 34 Kaninchen zu opfern. Diese sind für chirurgische Übungen an der Höheren Schule für Medizin bestimmt, die aufgrund des am 4. Juni begonnenen Studentenstreiks ausgesetzt wurden.
Die Organisation UNAM Sin Violencia Animal beschuldigte das IPN, die Tierschutzprotokolle nicht einzuhalten, und forderte die Obhut über die Tiere, um ihnen ein Zuhause zuzuweisen.
Hintergrund des Studentenstreiks
Der unbefristete Streik der Studenten des Polytechnikums zielt auf die Absetzung des Direktors Arturo Reyes Sandoval ab, der wegen angeblicher Mittelveruntreuung über die Stiftung Corazón Guinda y Blanco untersucht wird.
Mit der Besetzung der Einrichtungen blieben die Tiere ohne festgelegtes Ziel, was bei Aktivisten und Tierärzten Besorgnis auslöste.
Widersprüche in den offiziellen Informationen
- Das IPN informierte am 11. Juni, dass die chirurgischen Übungen verloren gegangen seien und die Kaninchen geopfert würden.
- Jedoch zeigte ein am 12. Juni von UNAM Sin Violencia Animal verbreitetes Video die Tiere lebend in ihren Käfigen und widerlegte damit die institutionelle Version.
- Gruppen organisierten temporäre und dauerhafte Unterkünfte sowie Plätze in Schutzgebieten, um ihr Opfer zu vermeiden.
Rechtliche Schritte und Forderungen
Am 15. Juni reichten Aktivisten ein Dokument mit Dutzenden von Unterschriften ein, in dem sie die Obhut über die Kaninchen forderten. Obwohl der Direktor des IPN den Empfang bestätigte, gab es keine klare Antwort über die Zukunft der Tiere.
Angesichts der mangelnden Transparenz reichten die Gruppen eine Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt (FGJCDMX) ein, die unter der Aktennummer CI-FIMH/UAT-MH-1/UI-1 S/D/01124/06-2026 registriert wurde.

Argumente der polytechnischen Behörden
Das IPN behauptet, dass die Kaninchen nicht als Haustiere abgegeben werden können, da sie Versuchstiere sind, die nicht an engen Kontakt mit Menschen gewöhnt sind und spezifische Ernährungs- und Pflegebedürfnisse haben.
Die Gruppen bestehen jedoch darauf, dass es geeignete Plätze für ihre Unterbringung gibt und dass die Ablehnung gegen die geltenden Tierschutzbestimmungen verstößt.
Normen und internationale Protokolle
Die Aktivisten weisen darauf hin, dass das IPN kein öffentlich aktualisiertes Protokoll gemäß den gesetzlichen Reformen von 2024 oder in Bezug auf die von der OMSA (Weltorganisation für Tiergesundheit) festgelegten fünf Bereiche des Tierschutzes vorgelegt hat. Diese Bereiche umfassen:
- Angemessene Ernährung.
- Sichere physische Umgebung.
- Gesundheit und Krankheitsprävention.
- Natürliches Verhalten.
- Positiver mentaler Zustand.
Das Fehlen eines aktualisierten Protokolls verstärkt die Beschwerde über Unregelmäßigkeiten und die Forderung nach sofortigen Schutzmaßnahmen.
Der Fall der 34 Kaninchen des IPN zeigt die Spannung zwischen der traditionellen akademischen Praxis und den neuen Anforderungen des Tierschutzes.
Die Beschwerde der Gruppen und das Eingreifen der FGJCDMX zielen darauf ab, sicherzustellen, dass die internationalen Protokolle und die jüngsten gesetzlichen Reformen eingehalten werden. Über die aktuelle Situation des Studentenstreiks hinaus eröffnet der Konflikt eine Debatte über die Zukunft der Labortiere und die Notwendigkeit, zu ethischeren und nachhaltigeren Bildungsmodellen überzugehen.



