Mycoplasma-hämotrophe Bakterien bei über 60 % der Amazonas-Flussdelfine entdeckt, wachsende Bedrohung für ihre Gesundheit

Der bedrohte rosa Amazonas-Delfin steht vor einer neuen Herausforderung: Eine Bakterie, die von Forschern des Zentrums für Tiergesundheitsforschung (INIA-CSIC) in seinem Blut entdeckt wurde. Diese Entdeckung wurde kürzlich in Emerging Infectious Diseases veröffentlicht und wirft Bedenken hinsichtlich der Gesundheit dieser aquatischen Arten auf.

Neue bakterielle Bedrohungen für den rosa Amazonas-Delfin

Wissenschaftler fanden DNA von hämotrophen Mykoplasmen in zwei Arten von Amazonas-Delfinen: dem rosa Delfin von Bolivien (Inia boliviensis) und dem rosa Amazonas-Delfin (Inia geoffrensis), in mehr als 60% der analysierten Proben. Überraschenderweise zeigten die Amazonas-Manatis (Trichechus inunguis), Tiere, die eng mit Elefanten verwandt sind, keine Präsenz dieser Bakterie.

Der Fang der Delfine, der für die Studie notwendig war, wurde durch ehemalige lokale Fischer erleichtert, die nun bei ihrer Erhaltung mitarbeiten. Trotz der Intelligenz dieser Tiere, die ihren Fang erschwert, gelang es dem wissenschaftlichen Team, die notwendigen Proben zu erhalten und dabei den Stress dank erfahrener Tierärzte zu minimieren.

Die hämotrophen Mykoplasmen werden normalerweise bei terrestrischen Säugetieren wie Menschen und Seelöwen gefunden. Das Auftreten bei Delfinen und Manatis, die beide als Indikatoren für die Gesundheit des Amazonas-Ökosystems gelten, ist eine besorgniserregende Neuheit für die Biodiversität des Regenwaldes.

Laut Aricia Duarte Benvenuto, Hauptautorin der Studie, ist noch unklar, wie sich diese Bakterien in aquatischen Umgebungen übertragen. Während an Land Parasiten wie Zecken verdächtigt werden, bleibt der Mechanismus im Wasser ein Rätsel, das weitere Forschung erfordert, um seine Auswirkungen auf die Gesundheit der Delfine zu bewerten.

Zusätzliche Umweltbelastungen

Neben den bakteriellen Bedrohungen stehen Delfine und Manatis vor erheblichen Umweltgefahren. Die Quecksilberverschmutzung der Flüsse, verursacht durch den Goldabbau, zusammen mit der Abholzung zur Schaffung von Weideland und dem Klimawandel, der die Dürren in der Region verschärft, gefährden ihr Überleben.

Die illegale Jagd auf Delfine, um sie als Köder in der kommerziellen Fischerei zu verwenden, stellt ebenfalls ein erhebliches Risiko dar. Laut Carlos Sacristán Yagüe, Tierarzt des INIA-CSIC, ist die fortlaufende Forschung entscheidend, da zuvor zwei Arten von Herpesviren bei diesen Arten entdeckt wurden. Diese Arbeit ist entscheidend für den Schutz der Wildtiere.

Referenz: Duarte-Benvenuto A et al. “Hemotropic Mycoplasma spp. in Aquatic Mammals, Amazon Basin, Brazil”. Emerging Infectious Diseases.

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