Im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos kündigte Präsident Donald Trump eine entscheidende Änderung in der Extraktionspolitik der Vereinigten Staaten an: die Beschleunigung der Genehmigungen für den Tiefseebergbau in internationalen Gewässern.
Die Maßnahme, die von der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) formalisiert wurde, zielt darauf ab, die Genehmigungsverfahren in einer einzigen und kürzeren Überprüfung zu konsolidieren, um die nahezu monopolistische Kontrolle von China über die kritischen Metalle, die für die Herstellung von Elektrofahrzeugen und fortschrittlicher Elektronik benötigt werden, zu bekämpfen.
Das Pazifik-Schachbrett
Die Industrie richtet ihren Blick auf weite Gebiete des Pazifischen Ozeans, wo es reichlich polymetallische Knollen gibt, kleine Gesteine, die reich an Nickel, Kupfer und Kobalt sind. Diese Ressourcen befinden sich in extremen Tiefen, außerhalb nationaler Gerichtsbarkeiten, was ein komplexes rechtliches Szenario darstellt.
Die Entscheidung Washingtons sorgt international für Kontroversen, da die Vereinigten Staaten die Seerechtskonvention der Vereinten Nationen (UNCLOS) nicht ratifiziert haben. Während die Internationale Meeresbodenbehörde (ISA) globale Normen ohne Konsens diskutiert, schreitet Trump nach eigenem Recht voran: dem Gesetz über die Ressourcen der harten Mineralien des Meeresbodens von 1980.
Schlüsselpunkte des Dekrets
- Bürokratische Vereinfachung: Vereinheitlichung der Kriterien zur Verkürzung der Wartezeiten für Unternehmen.
- Äußerer Kontinentalschelf: spezifisches Verfahren für Genehmigungen in Gewässern unter direkter US-Jurisdiktion (bis zu 200 Seemeilen).
- Unternehmenspräzedenzfall: Unternehmen wie das kanadische The Metals Company haben bereits Verfahren eingeleitet, um nach diesem Schema zu operieren.

Argumente dafür und dagegen
Befürworter argumentieren, dass der Tiefseebergbau ein „geringeres Übel“ im Vergleich zu Landabbauten ist, die sichtbare Auswirkungen haben und auf sozialen Widerstand stoßen. Wissenschaftler und Umweltschützer warnen jedoch vor katastrophalen Folgen:
- Irreversible Zerstörung der Biodiversität: Nahezu 90 % der Arten in der Tiefsee sind der Wissenschaft unbekannt. Der Bergbau droht, sie auszurotten, bevor sie katalogisiert werden.
- Veränderung der Wassersäule: Sedimentwolken können Filtrationsorganismen ersticken und das Licht blockieren. Lärm und künstliches Licht verändern die Physiologie von Walen und Haien.
- Klimakrise: Der Meeresboden ist eine massive Kohlenstoffsenke. Seine Entfernung könnte große Mengen freisetzen und die globale Erwärmung verschärfen.
- Sozioökonomische Risiken: Die Veränderung von Tiefseeökosystemen kann Fischereien und Ernährungssicherheit beeinträchtigen. Zudem besteht eine internationale regulatorische Lücke.
Eine neue geopolitische Front
Mit diesem Schritt fordert Trump nicht nur die internationale Bürokratie heraus, sondern macht den Meeresboden zum neuen Schachbrett des Handels- und Technologiewettbewerbs mit China.
Der internationale Tiefseebergbau, der von der ISA reguliert wird, wird zu einem Streitfeld, auf dem wirtschaftliche Interessen mit der Notwendigkeit kollidieren, eines der am wenigsten verstandenen Ökosysteme des Planeten zu schützen.
Die Beschleunigung von Genehmigungen für den Tiefseebergbau eröffnet eine entscheidende Debatte: Ist es möglich, die Ressourcen des Meeresbodens zu nutzen, ohne die Biodiversität und das klimatische Gleichgewicht zu gefährden? Während die USA versuchen, die chinesische Dominanz bei kritischen Metallen zu bremsen, warnt die wissenschaftliche Gemeinschaft vor irreversiblen Risiken.
Die Zukunft dieser Industrie wird davon abhängen, ob die Logik des geopolitischen Wettbewerbs oder die Dringlichkeit, die Ozeane zu bewahren, überwiegt.



