Eine Studie der Universität von New York, vorgestellt auf dem Symposium über Genitourinäre Krebserkrankungen der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie, entdeckte Mikroplastik in Prostatatumoren in 2,5-fach höheren Konzentrationen als im gesunden Gewebe.
Das krebsartige Gewebe enthielt durchschnittlich 40 Mikrogramm Plastik pro Gramm, im Vergleich zu 16 Mikrogramm in gutartigen Bereichen. 90% der Tumorproben wiesen Mikroplastik auf, während auch 70% des gesunden Gewebes dessen Präsenz zeigten.
Methodologie der Studie
Das von der Doktorin Stacy Loeb geleitete Team, Professorin für Urologie und Bevölkerungsgesundheit, arbeitete mit Proben von zehn Patienten, die sich einer vollständigen Prostatektomie unterzogen.
- Um Kreuzkontaminationen zu vermeiden, wurden Laborplastikmaterialien durch Aluminium- und Baumwollwerkzeuge ersetzt.
- Die Proben wurden in Reinräumen verarbeitet, die für Mikroplastikstudien konzipiert sind.
- Es wurden die Konzentration, chemische Zusammensetzung und Struktur verschiedener in den Geweben vorhandener Plastikarten identifiziert.
Mögliche Implikationen
Die Forscher schlagen vor, dass Mikroplastik:
- Persistente Entzündungsreaktionen im Prostatagewebe auslösen könnte.
- Zellschäden und genetische Veränderungen verursachen könnte, die mit der Tumorentwicklung verbunden sind.
- Zu einem neuen Umwelt-Risikofaktor für Prostatakrebs werden könnte.
Doktor Vittorio Albergamo warnte, dass dieser Befund „ein weiteres mögliches Gesundheitsproblem durch Plastik“ aufzeigt und betonte die Notwendigkeit von Regulierungen zur Reduzierung der menschlichen Exposition.

Wissenschaftlicher Kontext
Diese Studie ist die erste systematische Bewertung von Mikroplastik in krebsartigen Prostatageweben in einem westlichen Kontext. Die Spezialisten klärten jedoch, dass die Patientenzahl erweitert werden muss, um die Ergebnisse zu bestätigen.
Andere Arbeiten hatten bereits Mikroplastik in:
- Menschlichen Organen.
- Biologischen Flüssigkeiten.
- Plazenta.
Diese Partikel stammen aus dem Abbau von Verpackungen, Textilien, Kosmetika und Alltagsprodukten und gelangen durch Aufnahme, Inhalation oder Hautkontakt in den Körper.
Gesundheitliche Relevanz
In den Vereinigten Staaten erhält einer von acht Männern im Laufe seines Lebens eine Prostatakrebsdiagnose. Wenn zukünftige Forschungen die Beziehung zwischen Mikroplastik und Prostatatumoren festigen, könnte der Befund das Verständnis der Umweltfaktoren ändern, die an dieser Krankheit beteiligt sind.
Die Studie der Universität von New York eröffnet ein neues Forschungsfeld zu den Auswirkungen von Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit. Obwohl noch keine endgültige kausale Beziehung festgestellt werden kann, deutet die Evidenz darauf hin, dass diese Partikel eine Rolle bei der Entwicklung von Krebs und anderen chronischen Krankheiten spielen könnten.
Die Forschung unterstreicht die Notwendigkeit von strengeren Umweltpolitiken und einer besseren Kontrolle der täglichen Plastikexposition.



