Ein internationales Team von Astronomen hat mehr als 100 versteckte Planeten außerhalb des Sonnensystems mithilfe eines KI-Tools namens RAVEN validiert. Dieses wurde an der Universität Warwick (Vereinigtes Königreich) entwickelt.
Das System analysierte Daten des Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) der NASA und überprüfte Beobachtungen von 2,2 Millionen Sternen, die über vier Jahre gesammelt wurden.
Zu den Entdeckungen gehören:
- 31 zuvor nicht identifizierte Planeten.
- Mehr als 2.000 zusätzliche hochqualitative Kandidaten.
- Exoplaneten mit ultrakurzen Perioden, deren Umlaufbahnen weniger als 24 Stunden betragen.
- Planeten in der „neptunischen Wüste“, einer Region, in der ihre Anwesenheit laut theoretischen Modellen selten ist.
Präzise Validierung und Charakterisierung
Dr. Marina Lafarga Magro, leitende Forscherin, erklärte, dass 118 neue Planeten validiert wurden, indem „eine der am besten charakterisierten Proben von erdnahen Planeten“ verwendet wurde. Dies wird es ermöglichen, Systeme für detailliertere Analysen auszuwählen.
Die Studie bestätigte nicht nur die Existenz der Planeten, sondern charakterisierte sie auch, indem sie multiplanetare Systeme mit zuvor nicht entdeckten Körpern identifizierte.

Wie RAVEN funktioniert
Dr. Andreas Hadjigeorghiou, Hauptentwickler, wies darauf hin, dass die Schwierigkeit darin besteht, zu unterscheiden, ob die Verdunkelung des Sternenlichts durch einen Planeten oder andere Phänomene wie verdunkelnde Doppelsterne verursacht wird. RAVEN wurde mit einem Katalog von simulierten Planeten und astrophysikalischen Phänomenen trainiert. Dies ermöglichte es, komplexe Muster zu identifizieren und echte Exoplaneten von Fehlalarmen zu unterscheiden.
Professor David Armstrong, Mitautor der Studie, betonte, dass die Technologie eine systematische und objektive Analyse großer astronomischer Datenmengen ermöglicht. Dies reduziert die Unsicherheit in den Berechnungen um das Zehnfache im Vergleich zu früheren Studien.
Statistische Ergebnisse
Eine ergänzende Studie ergab, dass zwischen 9 und 10 % der sonnenähnlichen Sterne Exoplaneten mit kurzer Umlaufbahn beherbergen, ein Wert, der mit den Beobachtungen der Kepler-Mission übereinstimmt. Zudem gelang die erste direkte Messung der Anwesenheit von Planeten in der „neptunischen Wüste“, wobei festgestellt wurde, dass nur 0,08 % der analysierten Sonnensterne diese Art von Körpern beherbergen.
Werkzeuge für die Gemeinschaft
Die Forscher stellten öffentliche Kataloge und interaktive Werkzeuge zur Verfügung, damit andere Spezialisten interessante Ziele für zukünftige Beobachtungen auswählen können, einschließlich bodengestützter Teleskope und zukünftiger Weltraummissionen wie PLATO der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).
Die massive und präzise Validierung von Exoplaneten durch künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten für die astronomische Erforschung. Dieser integrative Ansatz ermöglicht nicht nur die Entdeckung versteckter Welten, sondern auch die Verfeinerung der Katalogisierungs- und statistischen Analysemethoden, wodurch das Wissen über die Verteilung und Eigenschaften von Planetensystemen in der Galaxie beschleunigt wird.



