Ingenieure der Universität Princeton haben eine neue Generation von weichen Robotern entwickelt, die sich ausschließlich mit Wärme fortbewegen können, ohne Motoren oder sperrige externe Systeme.
Dieser Fortschritt markiert einen Meilenstein in der weichen Robotik, einem Bereich mit großem Potenzial für Anwendungen in der Medizin, der Erkundung gefährlicher Umgebungen und Präzisionsaufgaben.
Technologie hinter der Bewegung
Das Geheimnis liegt in einem flüssigkristallinen Elastomer, einem Polymer, dessen molekulare Struktur so programmiert werden kann, dass es auf Wärme reagiert. Durch das Drucken des Materials mit einer kontrollierten molekularen Ausrichtung entstehen Zonen, die als flexible Scharniere fungieren. Wenn diese erhitzt werden, biegen sie sich auf vorhersehbare Weise, wodurch der Roboter sich je nach Aufgabe falten und entfalten kann.
Während des Drucks integrierten die Ingenieure flexible Leiterplatten in den Körper des Roboters, was Montageschritte eliminierte und die Zuverlässigkeit verbesserte. Diese Schaltkreise ermöglichen es, bestimmte Bereiche mit hoher Präzision zu erhitzen und verfügen über Temperatursensoren, die in Echtzeit Rückmeldungen geben und Abweichungen bei wiederholten Bewegungen korrigieren.
Inspiration durch Origami
Das Design basierte auf mathematischen Modellen des Origami, in Zusammenarbeit mit dem Experten Glaucio Paulino. Als Demonstration baute das Team einen Roboter in Form eines Kranichs, der seine Flügel schlagen kann, wenn Strom angelegt wird, und wiederholte Bewegungen ohne sichtbaren Verschleiß ausführen kann.

Integration von Materialien und Elektronik
Die Initiative entstand als Abschlussarbeit von David Bershadsky, der nach einer effizienten Möglichkeit suchte, robotische Einheiten zu schaffen, die ihre Form durch Volumenkontrolle ändern können. Zusammen mit den Professoren Davidson und Paulino entwickelte er auch ein Software-Tool, das es anderen Forschern ermöglicht, ähnliche Roboter zu entwerfen, das zusammen mit den Studiendaten verfügbar ist.
Bershadsky betonte, dass die größte Herausforderung die Integration sehr unterschiedlicher Technologien war: intelligente Materialien, flexible Elektronik und thermische Kontrolle. Diese Schwierigkeit zu überwinden, ermöglichte es, dass der Roboter als kohärente Einheit funktioniert, ohne auf traditionelle mechanische Montagen angewiesen zu sein.
Potenzielle Anwendungen
Dieser Ansatz öffnet die Tür zu weicheren, autonomen, leichten und vielseitigen Robotern, die in folgenden Bereichen operieren können:
- Minimalinvasive Chirurgie, wo Präzision und Flexibilität entscheidend sind.
- Erkundung unzugänglicher Umgebungen, wie kontaminierte Zonen oder enge Räume.
- Adaptive intelligente Geräte, die ihre Form je nach Aufgabe ändern können.
Die Fähigkeit, die Bewegung durch Wärme und integrierte Elektronik zu steuern, könnte die skalierbare Herstellung von weichen Robotern ermöglichen, die im menschlichen Körper oder in extremen Umgebungen operieren.
Der von Princeton erzielte Fortschritt stellt einen Schritt in Richtung einer neuen Generation von weichen Robotern dar, die nicht auf herkömmliche Motoren angewiesen sind. Ihr Design kombiniert Innovationen in Materialien, integrierter Elektronik und thermischer Kontrolle und bietet praktische Lösungen für medizinische, industrielle und wissenschaftliche Herausforderungen. Diese Entwicklung öffnet die Tür zu einer Zukunft, in der weiche Roboter Protagonisten in der fortgeschrittenen Chirurgie, der Fernexploration und der intelligenten Technologie sind.



