Der Buckelwal Popa, überwacht von der Fundación Rewilding Argentina, legte in nur zwei Wochen mehr als 2.500 Kilometer zurück, vom Parque Provincial Patagonia Azul (Chubut) bis zur Antarktis. Diese Bewegung, die durch ein Satellitengerät aufgezeichnet wurde, enthüllte eine neue Migrationsroute und bestätigte die Schlüsselrolle der argentinischen Küste im Leben dieser Art.
Die Markierung erfolgte am 13. Januar 2026, als Popa zusammen mit einem anderen Wal beim Tauchen und Fischen in der Gegend beobachtet wurde. Neben der Satellitenüberwachung wurden Biopsien entnommen, um DNA, Geschlecht und Populationsvergleiche zu untersuchen.
Kritische Nahrungsgebiete
Mehr als einen Monat lang blieb Popa in Patagonia Azul und in Rocas Coloradas, Orten, die als wichtige Nahrungsgebiete identifiziert wurden. Ende Februar begann sie eine kontinuierliche Bewegung nach Süden und erreichte am 16. März die Südlichen Orkneyinseln, wo Argentinien seine älteste antarktische Basis unterhält. Dort blieb sie mehrere Tage, bevor sie zur Antarktischen Halbinsel weiterzog.
Wissenschaft und Naturschutz
Die Satellitenüberwachung ermöglichte es, nicht nur die Reisegeschwindigkeit zu dokumentieren, sondern auch wenig bekannte Verhaltensmuster. Laut dem Biologen Lucas Beltramino vom Projekt Patagonia Azul:
„Diese Art von Aufzeichnungen hilft uns, besser zu verstehen, wie sich Nahrungs- und Migrationsgebiete verbinden.“
Seit Beginn des Programms im Jahr 2021 hat der Park von wenigen Aufzeichnungen auf 239 identifizierte Individuen zugenommen. Die Fotografie der Schwänze mit ihren einzigartigen Flecken ermöglicht die Erstellung eines Katalogs, der sich jede Saison bereichert und Aufzeichnungen aus Argentinien, Brasilien, der Antarktis und sogar dem Beagle-Kanal verbindet.

Eine neue Migrationsroute
Die Daten deuten auf das Vorhandensein eines dritten, küstennäheren Migrationswegs hin, zusätzlich zu den bekannten ozeanischen Routen. Dies unterstreicht die Bedeutung von Patagonia Azul als Konzentrationsort für Buckelwale an der argentinischen Atlantikküste: In einer einzigen Saison wurden mehr als 100 Individuen in einem begrenzten Bereich des Parks registriert.
Bedrohungen in der Antarktis
Popas Reise deckte auch Umweltgefahren auf. Ihr erster Halt auf den Südlichen Orkneyinseln fällt mit dem Epizentrum des illegalen industriellen Fischfangs von antarktischem Krill zusammen, wo Supertrawler Hunderttausende Tonnen pro Jahr extrahieren. Diese Aktivität bedroht das Gleichgewicht eines für Seevögel und Wale, einschließlich Buckelwale, lebenswichtigen Ökosystems.
Der Fall von Popa zeigt die außergewöhnliche Bewegungsfähigkeit von Buckelwalen und wirft neue Fragen zu ihren Routen und Gewohnheiten auf. Gleichzeitig bestätigt er die Bedeutung der Erforschung und des Schutzes der Ökosysteme, die die Patagonien mit der Antarktis verbinden, angesichts von Bedrohungen wie der industriellen Fischerei.
Hier kannst du Popas Reise verfolgen



