Der Bundesstaat Iowa (Vereinigte Staaten) steht kurz davor, seine Gesetzgebung zu ändern, damit die Tierquälerei nicht mehr als schweres Vergehen bei Erstverstößen gilt, sondern als schweres Verbrechen bestraft wird.
Der Gesetzentwurf House File 2348, der einstimmig in beiden Kammern verabschiedet wurde, wartet nun auf die Unterschrift der Gouverneurin Kim Reynolds, um Gesetz zu werden.
Bisher war Iowa der einzige Bundesstaat, in dem die Folterung von Haustieren beim ersten Mal nicht als schweres Verbrechen angesehen wurde, was Kritik von Organisationen wie dem Humane World Action Fund hervorrief.
Inhalt des Gesetzentwurfs
Die neue Gesetzgebung sieht vor, dass eine Person der Tierquälerei schuldig ist, wenn:
- sie ein Haustier verstümmelt, verbrennt, vergiftet, ertränkt oder ihm Nahrung entzieht.
- sie einem Tier intensive oder lang anhaltende Schmerzen oder den Tod zufügt.
- sie etwas von Wert an eine andere Person übergibt, damit diese solche Handlungen begeht.
Darüber hinaus wird die Strafe auf ein schweres Verbrechen der Klasse C für Wiederholungstäter in Fällen von Tiermissbrauch, Folter, Verletzung oder Störung von Polizeidiensthunden, Sodomie oder Teilnahme an verbotenen Wettbewerben wie Hundekämpfen erhöht.
Strafmaß
- Schweres Verbrechen der Klasse D: bis zu 5 Jahre Gefängnis und Geldstrafen zwischen u$s1,025 und u$s10,245.
- Schweres Verbrechen der Klasse C: bis zu 10 Jahre Gefängnis und Geldstrafen von bis zu u$s13,660.

Argumente der Befürworter
Tierschutzorganisationen argumentieren, dass Tiermissbrauch ein Vorläufer menschlicher Gewalt sein kann. Preston Moore, Landesdirektor von Humane World for Animals, erklärte:
„Die meisten Menschen in unserem Bundesstaat halten diese Verbrechen für inakzeptabel. Wir wollen nicht, dass Tierquälerei ungestraft bleibt.“
Die Abgeordnete Samantha Fett und der Senator Mike Bousselot betonten, dass die Maßnahme das Engagement Iowas für den Tierschutz stärkt und dass es einen Zusammenhang zwischen Grausamkeit gegenüber Tieren und zukünftigen gewalttätigen Verhaltensweisen in der Gesellschaft gibt.
Institutionelle Unterstützung
Auch öffentliche Sicherheitsgruppen unterstützten die Initiative. Leutnant Liz Quinn, Präsidentin der Iowa State Sheriff’s and Deputies Association, wies darauf hin, dass die Strafverfolgungsbehörden klarere Werkzeuge benötigen, um Fälle von extremem und lang anhaltendem Tierleid anzugehen.
„Unsere Hoffnung ist, dass dies zukünftigen Missbrauch abschreckt und die Täter für diese abscheulichen Taten zur Verantwortung zieht.“
Der Gesetzentwurf stellt einen historischen Fortschritt im Tierschutz in Iowa dar, der den Bundesstaat mit dem Rest des Landes in Einklang bringt und eine klare Botschaft sendet: Tierquälerei wird mit größerer Härte bestraft. Die Maßnahme zielt nicht nur darauf ab, zu bestrafen, sondern auch zukünftigen Missbrauch zu verhindern, indem sie die Verbindung zwischen Gewalt gegen Tiere und Gewalt gegen Menschen anerkennt.



