Die argentinische Justiz hat die Verlegung des Schimpansen Toti in das Monkey World Ape Rescue Centre im Vereinigten Königreich bestätigt.
Nach Jahrzehnten sozialer Isolation, ohne bedeutenden Kontakt zu anderen Artgenossen, stellt die Reise eine konkrete Wiedergutmachung dar und ist kein symbolischer Akt: Sie zielt darauf ab, eine historische Situation der Entbehrung umzukehren.
Die Entscheidung wurde von der Fundación Franz Weber und dem Instituto Jane Goodall Argentina gefeiert, die betonten, dass der Fall ethische und wissenschaftliche Standards in der Pflege von Menschenaffen stärkt.
Erhebliche Verbesserungen der Infrastruktur
Die Veränderung der Bedingungen ist bemerkenswert:
- Außenbereich: von 164 m² in seinem derzeitigen Gehege auf mehr als 1.150 m² in Monkey World, siebenmal mehr Fläche.
- Höhe und Umgebungsvolumen: Einrichtungen mit Klettergerüsten, Türmen und Strukturen von mehr als 10 Metern, im Gegensatz zu einem vorherigen Gehege, das auf 6 Meter ohne spezifische Infrastruktur beschränkt war.
- Beheizter Innenbereich: von einem 14 m² großen Raum in Patagonien auf mehr als 150 m² klimatisiert, mit Unterkünften, Plattformen und Umweltanreicherung.
Diese Umgebungen ermöglichen es den Schimpansen, zu wählen, wo sie sich aufhalten, mit wem sie interagieren und wann sie sich zurückziehen, und bieten reale Grade von Freiheit und Selbstbestimmung.
Umfassende veterinärmedizinische Bewertung
Toti wurde physischen, kardiologischen, metabolischen und infektiologischen Untersuchungen unterzogen. Es wurden keine Gegenanzeigen für die Verlegung festgestellt.
Die Überwachung wurde von Spezialisten von Monkey World und der Dra. Rebeca Atencia, einer internationalen Referenz in der Schimpansenmedizin, durchgeführt.
Der Vorbereitungsprozess umfasst kooperatives Training, um ihn mit der Transportbox vertraut zu machen, durch Spiele und positive Anreize, um jede Form von Zwang zu vermeiden.

Verbindung zu Jane Goodall
Die Geschichte des Schimpansen Toti ist eng mit Jane Goodall verbunden, die seinen Fall 2011 kennenlernte und ihn bis zu ihren letzten Tagen verfolgte.
Zwei Tage vor ihrem Tod schrieb sie an die Direktorin von Monkey World und äußerte den Wunsch, dass Toti dort aufgenommen wird, was der Verlegung einen einzigartigen wissenschaftlichen, historischen und menschlichen Wert verleiht.
Breitere Debatte
Der Fall eröffnet die Diskussion über die Zukunft der Menschenaffen in Gefangenschaft und den Unterschied zwischen Zoos und Schutzgebieten. Monkey World, mit fast vier Jahrzehnten Erfahrung, bietet spezialisierte Rehabilitation, ein eigenes Krankenhaus und geplante Sozialisierungsprogramme.
Die Entscheidung weist auch auf die Verbreitung privater Zoos hin, die mit wirtschaftlichen Interessen und in einigen Fällen mit illegalem Handel verbunden sind, und unterstreicht die Notwendigkeit einer stärkeren internationalen Überwachung.
Die Verlegung von Toti ist kein Endpunkt, sondern der Beginn einer neuen Phase der Wiedergutmachung und spezialisierten Pflege.
Sie stellt einen institutionellen und ethischen Fortschritt dar und ein Beispiel dafür, wie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Entscheidungen das Leben eines Individuums verändern und Debatten über das Wohlergehen der Menschenaffen weltweit eröffnen können.



