Hitzewellen etablieren sich als eine der wichtigsten Umweltbedrohungen für die Bevölkerung Brasiliens. Eine kürzlich von Forschern der Fundação Oswaldo Cruz (Fiocruz) und der Universidade Federal da Bahia (UFBA) durchgeführte Studie schätzte, dass etwa 120.000 Todesfälle zwischen 2000 und 2019 mit extremen Temperaturepisoden in Verbindung standen.
Die Untersuchung umfasste 5.566 brasilianische Gemeinden, praktisch das gesamte Land, und ermöglichte die Beobachtung, wie der anhaltende Temperaturanstieg verschiedene Gesundheitsindikatoren beeinflusst. Die Ergebnisse zeigen, dass die extreme Hitze mit 0,6 % der gesamten Sterblichkeit in diesem Zeitraum in Verbindung stand, ausgenommen Unfälle und Gewalttaten.
Darüber hinaus identifizierten die Spezialisten einen signifikanten Anstieg der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Atemwegs-, Nieren- und Magen-Darm-Erkrankungen während intensiver Hitzeereignisse. Somit bietet die Studie einen umfassenden Einblick in die Auswirkungen des Klimawandels, die bereits auf die menschliche Gesundheit wirken.

Die am stärksten gefährdeten Gruppen angesichts steigender Temperaturen
Die Analysen zeigten, dass die Auswirkungen nicht die gesamte Bevölkerung gleichermaßen betreffen. Ältere Erwachsene, Menschen mit bestehenden Atemwegserkrankungen, Frauen und Personen mit niedrigerem Bildungsniveau zeigten eine größere Anfälligkeit gegenüber Hitzewellen.
Ebenso wurde bei Personen über 60 Jahren eine besonders hohe Empfindlichkeit gegenüber Atemwegs-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen, einschließlich Diabetes, beobachtet. In vielen Fällen können kardiovaskuläre Zustände, die mit extremen Temperaturen in Verbindung stehen, schnell eskalieren und zu tödlichen Konsequenzen führen, bevor eine Krankenhausbehandlung erforderlich wird.
Auf der anderen Seite deckte die Untersuchung erhebliche soziale Ungleichheiten auf. Menschen mit geringerem Zugang zu Ressourcen, angemessener Infrastruktur und Gesundheitsdiensten wiesen ein höheres relatives Sterberisiko auf, was zeigt, wie die Klimakrise bestehende Probleme verstärkt.
Zunehmende Krankenhausaufenthalte und Auswirkungen auf die Kindheit
Die Studie ermöglichte es auch, spezifische Muster je nach Alter zu identifizieren. Bei Kindern unter zehn Jahren traten Gastroenteritis als eine der Hauptursachen für Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit extremer Hitze auf.
Diese Situation steht im Zusammenhang mit einer höheren Anfälligkeit für Dehydratation und mit Umweltveränderungen, die die Wasserqualität und die Lebensmittellagerung beeinträchtigen können. Infolgedessen erzeugen Episoden hoher Temperaturen zusätzliche Gesundheitsrisiken für Kinder.
In der Zwischenzeit stiegen in praktisch allen Regionen Brasiliens die Krankenhausaufenthalte aufgrund von Lungenentzündung, Nierenversagen und anderen genitourinären Erkrankungen während der Hitzewellen. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die Gesundheitssysteme angesichts immer anspruchsvollerer klimatischer Szenarien zu stärken.

Wie Hitzewellen die Gesundheit beeinflussen
Hitzewellen verursachen eine Reihe von physiologischen Veränderungen, die die Funktionsweise des Körpers ernsthaft beeinträchtigen können. Wenn die Temperaturen mehrere Tage hintereinander hoch bleiben, hat der Körper größere Schwierigkeiten, seine innere Temperatur zu regulieren.
Infolgedessen steigt das Risiko von Dehydratation, Hitzestress und Hitzschlag, Zustände, die lebenswichtige Organe wie das Herz, die Nieren und das Gehirn beeinträchtigen können. Darüber hinaus erhöhen hohe Temperaturen die kardiovaskuläre Belastung und verschlimmern bestehende chronische Krankheiten.
Darüber hinaus kann extreme Hitze die Luftqualität verschlechtern, indem sie die Bildung von troposphärischem Ozon und anderen Schadstoffen begünstigt. Dies führt zu größeren Atembeschwerden, insbesondere bei Kindern, älteren Erwachsenen und Menschen mit Lungenerkrankungen.
Eine Umweltherausforderung, die dringende Anpassung erfordert
Die Forscher beobachteten, dass die Häufigkeit und Intensität der Hitzewellen in den meisten brasilianischen Gemeinden zwischen 2000 und 2019 zugenommen haben. Die hartnäckigsten Ereignisse wurden in den Regionen Nord und Mittelwesten registriert, während die intensivsten thermischen Anomalien im Süden und Südosten auftraten.
Angesichts dieses Szenarios schlagen die Spezialisten vor, die klimatischen Überwachungssysteme zu stärken, die Frühwarnungen zu erweitern und die Integration zwischen meteorologischen Informationen und Gesundheitsüberwachung zu verbessern.
Darüber hinaus betonen sie die Bedeutung der Förderung von Städten, die grüner, widerstandsfähiger und an den Klimawandel angepasst sind. Die Ausweitung von begrünten Flächen, die Reduzierung von versiegelten Oberflächen und eine bessere Stadtplanung erscheinen als Schlüsselwerkzeuge, um die mit extremer Hitze verbundenen Risiken zu verringern und die am stärksten gefährdeten Gemeinschaften zu schützen.



