Ein in Córdoba entstandener 3D-Drucker aus Lehm will nachhaltiges Bauen und den Zugang zu Wohnraum transformieren

Im Tal von Traslasierra in Córdoba schlägt eine argentinische technologische Entwicklung eine neue Art des Wohnungsbaus mit geringerem Umwelteinfluss vor. Mit einem großformatigen 3D-Drucker stellt ein Team von Unternehmern Strukturen aus Lehm und anderen in der Region verfügbaren natürlichen Materialien her.

Die Initiative, genannt Barrobot, kombiniert traditionelles Wissen über Biokonstruktion mit automatisierten digitalen Fertigungssystemen. Ziel ist es, eine nachhaltigere Alternative zu den konventionellen Methoden zu bieten, den Ressourcenverbrauch zu senken und lokale Materialien zu nutzen.

Neben einem technologischen Fortschritt zielt das Projekt darauf ab, das Wohnungsdefizit durch effizientere Bauprozesse zu bekämpfen, mit geringerer Abfallproduktion und potenziell niedrigeren Kosten.

Ein in Córdoba entwickelter 3D-Lehmdrucker zielt darauf ab, nachhaltiges Bauen und den Zugang zu Wohnraum zu transformieren. Foto: Instagram/ @barrobot3d.
Ein in Córdoba entwickelter 3D-Lehmdrucker zielt darauf ab, nachhaltiges Bauen und den Zugang zu Wohnraum zu transformieren. Foto: Instagram/ @barrobot3d.

Ein System, das Häuser mit Erde und Pflanzenfasern druckt

Das Unternehmen wurde von Agustín Gore und Gustavo Mutio ins Leben gerufen, die kurz nach der Pandemie mit der Entwicklung des Druckers begannen. Über mehrere Jahre arbeiteten sie an Prototypen, bis sie eine Maschine entwickelten, die komplette Häuser bauen kann durch aufeinanderfolgende Lehmschichten.

Das System verwendet eine Mischung aus Ton, Sand, Wasser, Stroh, Pflanzenfasern und anderen natürlichen Komponenten, die die Materialeigenschaften verbessern. Die etwa vier Meter hohe Metallstruktur trägt die Mischung gemäß einem vorher programmierten digitalen Design auf.

Derzeit baut das Team eine experimentelle Kuppel in San Javier im Tal von Traslasierra, wo sie weiterhin die strukturelle Festigkeit, das klimatische Verhalten und die Haltbarkeit des Systems unter realen Bedingungen evaluieren.

Biokonstruktion, Präzision und umfassende Ressourcennutzung

Der Drucker arbeitet mit CNC-Technologie, bewegt sich präzise entlang der Arbeitsachsen, um das Material Schicht für Schicht aufzutragen. Dieses Verfahren ermöglicht es, gekrümmte Wände zu bauen, Installationen während des Baus zu integrieren und nachträgliche Arbeiten zu reduzieren.

Darüber hinaus wendet das Projekt biomimetische Prinzipien an, indem es interne Strukturen nutzt, die von in der Natur vorkommenden Formen inspiriert sind, wie z.B. Bienenwaben. Diese Konfigurationen reduzieren den Materialverbrauch und erzeugen Luftkammern, die die thermische Isolierung des Hauses verbessern.

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist die vollständige Nutzung des verwendeten Lehms. Die beim Öffnen von Türen und Fenstern anfallenden Schnitte werden wieder in die Mischung integriert, wodurch die Abfallproduktion während des Baus nahezu vollständig minimiert wird.

Ein in Córdoba entwickelter 3D-Lehmdrucker zielt darauf ab, nachhaltiges Bauen und den Zugang zu Wohnraum zu transformieren. Foto: Instagram/ @barrobot3d.
Ein in Córdoba entwickelter 3D-Lehmdrucker zielt darauf ab, nachhaltiges Bauen und den Zugang zu Wohnraum zu transformieren. Foto: Instagram/ @barrobot3d.

Eine Technologie mit Potenzial für nachhaltigere Wohnlösungen

Das Team plant, das System zu perfektionieren und neue Drucker herzustellen, die an verschiedenen Orten im Land eingesetzt werden können. Es ist auch geplant, Bediener auszubilden, um die Anwendung dieser Technologie in Wohnprojekten zu erweitern.

Der Bau der aktuellen Kuppel erfordert zwischen 100 und 110 effektive Druckstunden, obwohl die Gesamtzeit von den Wetterbedingungen und der Materialvorbereitung abhängt. Anschließend werden Beschichtungen, Abschlüsse und Endinstallationen hinzugefügt.

In Zukunft plant Barrobot auch, ergänzende Elemente zu drucken wie Kamine, Lüftungskanäle, integrierte Möbel, Pflanzgefäße und andere architektonische Lösungen, die die Möglichkeiten der digitalen Fertigung mit natürlichen Materialien erweitern.

Welche ökologischen und sozialen Vorteile bietet diese Initiative?

Der 3D-Druck mit Lehm bietet zahlreiche Vorteile aus ökologischer und baulicher Sicht. Durch die Verwendung von Materialien aus der unmittelbaren Umgebung wird der Transport von Materialien reduziert und somit die emissionsbedingten Auswirkungen des Baus verringert.

Darüber hinaus besitzt Lehm eine hohe thermische Trägheit, was dazu beiträgt, die Innentemperaturen das ganze Jahr über stabiler zu halten und den Bedarf an Heizung oder künstlicher Kühlung zu reduzieren, was zu einem geringeren Energieverbrauch führt.

Außerdem ermöglicht die Automatisierung eine Optimierung des Materialeinsatzes, reduziert Bauabfälle und beschleunigt die Ausführungszeiten. Wenn sich diese Technologien ausbreiten, könnten sie zugänglichere, widerstandsfähigere Wohnungen fördern, die mit den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft kompatibel sind und eine städtische Entwicklung fördern, die technologische Innovation, Ressourceneffizienz und Umweltbewusstsein kombiniert.

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