Ökologische Innovationen im Bauwesen fördern recycelte Materialien und reduzieren den globalen ökologischen Fußabdruck

Die Nachhaltigkeit gewinnt im Bausektor an Bedeutung, wo die Suche nach effizienteren und umweltfreundlicheren Alternativen die Entwicklung innovativer Materialien vorantreibt. In diesem Szenario beginnen Produkte aus recycelten Abfällen und natürlichen Fasern, sich als tragfähige Optionen gegenüber traditionellen Materialien zu positionieren.

Eines der herausragendsten Beispiele kommt aus Kolumbien, wo das Unternehmen Green Solutions die Plock-Blöcke entwickelt hat, ein Vorschlag zur Verringerung der Umweltauswirkungen, die mit der Herstellung von herkömmlichen Ziegeln aus Ton verbunden sind. Die Initiative zielt darauf ab, strukturelle Festigkeit, geringes Gewicht und eine signifikante Reduzierung des Ressourcenverbrauchs zu kombinieren.

Darüber hinaus beschleunigt die zunehmende Besorgnis über die Treibhausgasemissionen, die durch den Bau entstehen, die Einführung von Technologien, die die Kreislaufwirtschaft und die Nutzung industrieller Abfälle fördern.

Ökologische Innovationen im Bauwesen fördern recycelte Materialien und reduzieren den globalen ökologischen Fußabdruck. Foto: Instagram/ @greensolutionscol.
Ökologische Innovationen im Bauwesen fördern recycelte Materialien und reduzieren den globalen ökologischen Fußabdruck. Foto: Instagram/ @greensolutionscol.

Recycelte Materialien, die Emissionen und Ressourcenverbrauch reduzieren

Die Plock-Blöcke wurden in drei Formaten für verschiedene Bauanwendungen entwickelt. Es gibt Versionen für herkömmliche Wände, Ecken und Trennwände sowie spezifische Modelle für Abschlüsse, Türen und Fenster.

Zu den Hauptvorteilen gehört ihr geringes Gewicht. Während eine Wand aus herkömmlichen Ziegeln bis zu 173 Kilogramm pro Quadratmeter wiegen kann, reduziert diese Alternative diesen Wert auf nur 21 Kilogramm, was den Transport und die Installation erleichtert.

Darüber hinaus reduziert das System den Bedarf an Mörtel und Füllstoffen, wodurch der Verbrauch an ergänzenden Materialien um etwa 50 % gesenkt wird. Dadurch werden auch die emissionsbedingten Auswirkungen des Bauens und der Wasserverbrauch während des Produktionsprozesses erheblich reduziert.

Seit 2016 wurde die Technologie in mehr als 200 Wohnungen eingesetzt und zeigt, dass nachhaltige Materialien sowohl für städtische Projekte als auch für Entwicklungen in abgelegenen Regionen geeignet sind.

Landwirtschaftliche Abfälle und Pilze: die neue Grenze des grünen Bauens

In der Zwischenzeit arbeiten verschiedene internationale Forschungszentren an Lösungen auf Basis organischer Abfälle. Eine davon ist Sugarcrete, ein Material, das aus Bagasse von Zuckerrohr entwickelt wurde, einem der am häufigsten vorkommenden landwirtschaftlichen Abfälle der Welt.

Das Projekt wurde von Spezialisten der University of East London zusammen mit dem Unternehmen Tate & Lyle Sugars und dem Architekturbüro Grimshaw vorangetrieben. Dank der Nutzung landwirtschaftlicher Abfälle erzeugt dieses Material deutlich geringere Emissionen als die mit herkömmlichem Beton verbundenen.

Darüber hinaus hat das US-amerikanische Startup Biomason BioBasedTiles entwickelt, Fliesen und Ziegel, die durch Biokalkstein, der von Bakterien produziert wird, hergestellt werden. Inspiriert von natürlichen Prozessen, die in Korallenriffen beobachtet werden, ermöglicht dieses System die Herstellung von widerstandsfähigen Teilen, ohne auf stark umweltschädliche Prozesse zurückzugreifen.

Ökologische Innovationen im Bauwesen fördern recycelte Materialien und reduzieren den globalen ökologischen Fußabdruck. Foto: Instagram/ @greensolutionscol.
Ökologische Innovationen im Bauwesen fördern recycelte Materialien und reduzieren den globalen ökologischen Fußabdruck. Foto: Instagram/ @greensolutionscol.

Argentinien setzt auf biologisch abbaubare Biomaterialien

Auch in Argentinien entstehen innovative Vorschläge. In Mar del Plata hat die Architektin Juliana Lareu biologische Ziegel entwickelt, die aus Abfällen der Brauindustrie und Resten lokaler Sägewerke hergestellt werden.

Der Schlüsselkomponente des Projekts ist das Myzel von Pilzen wie Ganoderma Lucidum und Pleurotus Ostreatus. Diese Organismen bilden ein natürliches Netzwerk, das die Biomassepartikel verbindet und feste Teile mit hervorragenden mechanischen Eigenschaften erzeugt.

Neben der Fähigkeit, Lasten von über 400 Kilogramm zu tragen, bieten diese Ziegel eine thermische und akustische Isolierung, sind feuerbeständig und vollständig biologisch abbaubar. Am Ende ihrer Lebensdauer können sie sich zersetzen und als organische Substanz in den Boden zurückkehren.

Umweltvorteile des ökologischen Bauens

Das ökologische Bauen bietet Vorteile, die über die Reduzierung von Kohlenstoffemissionen hinausgehen. Erstens fördert es die Nutzung landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher und industrieller Abfälle, die sonst auf Deponien landen würden.

Darüber hinaus wird der Abbau von nicht erneuerbaren Rohstoffen verringert, was den Druck auf natürliche Ökosysteme reduziert und den Energieverbrauch während der Herstellungsprozesse senkt.

Zudem verbessern nachhaltige Materialien oft die Energieeffizienz von Gebäuden dank ihrer isolierenden Eigenschaften. Dies ermöglicht eine Reduzierung des Heiz- und Kühlbedarfs, was zu einem geringeren Energieverbrauch über Jahrzehnte führt.

Schließlich fördert die Einführung von biologisch abbaubaren und recycelbaren Biomaterialien Modelle der Kreislaufwirtschaft, die helfen, die Klimakrise zu bewältigen und die Entwicklung von widerstandsfähigeren und umweltfreundlicheren Städten zu stärken.

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