Spanien hat seine Einkäufe von Garnelen aus Ecuador erheblich gesteigert, ein Trend, der ernsthafte Umweltbedenken und Verlust von Mangroven mit sich gebracht hat.
Dieser Anstieg der Nachfrage ist auf die hohe Wertschätzung der Garnelen in der spanischen Küche zurückzuführen, hat jedoch negative Auswirkungen auf die Ökosysteme in Ecuador.
Umweltauswirkungen und Verlust von Mangroven in Ecuador
Hinter dem Geschmack und der kulinarischen Vielseitigkeit der Garnelen, die in Spanien so beliebt sind, verbergen sich ernsthafte Umweltprobleme. In Ecuador, dem Hauptlieferanten dieses Krustentiers, zerstört die Ausweitung der Garnelenfarmen Mangroven, entscheidende Ökosysteme, die etwa 1,5 Millionen Hektar bedecken.
Die Umwandlung dieser Landschaften in Aquakulturgebiete hat zum Verlust von Biodiversität, zur Veränderung von Nahrungsketten und zu einem Anstieg der Treibhausgasemissionen geführt. Darüber hinaus trägt die Abholzung von Mangroven zur Küstenerosion bei und beeinträchtigt die Wasserqualität, was den lokalen Gemeinschaften schadet.
Laut einem Bericht des Observatorio de Bienestar Animal, unterstützt von Foodrise und Protección Animal Ecuador, steht der Boom des spanischen Konsums im Zusammenhang mit der beschleunigten Zerstörung von Mangroven, einem Anstieg des CO₂-Fußabdrucks und prekären Arbeitsbedingungen in der ecuadorianischen Aquakulturindustrie.
Die Untersuchung zeigt, dass Spanien mehr Garnelen aus der ecuadorianischen Aquakultur importiert als in der gesamten Europäischen Union produziert wird. Der Anstieg der Produktion ist mit dem Verlust von 57% der ecuadorianischen Mangroven verbunden, und in bestimmten Gebieten des Golfs von Guayaquil steigt diese Zahl auf 90%.
Mangroven sind entscheidend als Kohlenstoffsenken und Biodiversitätsschützer. Dennoch nehmen die aktuellen Farmen etwa 220.000 Hektar der ecuadorianischen Küste ein, wobei die Aquakultur einer der Hauptverantwortlichen für das Verschwinden dieser Feuchtgebiete ist.
Emissionen und Ressourcennutzung in der Garnelenproduktion
Die Produktion von Futtermitteln ist eine der Hauptquellen für Emissionen in der Garnelenindustrie. Es wird geschätzt, dass 80% der Umweltauswirkungen aus der Herstellung von Futtermitteln auf Soja- und Fischmehlbasis stammen, die eine hohe Menge an CO₂ erzeugen.
Basierend auf Daten einer in Science veröffentlichten Studie gibt der Bericht an, dass 100 Gramm Zuchtgarnelen 18 kg CO₂-Äquivalent erzeugen können, was sogar die Emissionen von Milchvieh übertrifft.
Verschmutzung und Einsatz von Antibiotika
Neben den klimatischen Auswirkungen erzeugt die intensive Aquakultur Wasserverschmutzung. Es wird geschätzt, dass pro Tonne produzierter Garnelen mehr als 51 Kilogramm Stickstoffabfälle entstehen, die Flüsse und Küsten beeinträchtigen.
Der Einsatz von Antibiotika zur Bekämpfung häufiger Krankheiten in diesen Massenproduktionsumgebungen stellt ebenfalls Risiken dar, wie die Entwicklung resistenter Bakterien. Obwohl durch die ecuadorianische Gesetzgebung geregelt, bleibt ihr Einsatz ein Grund zur Besorgnis.
Soziale Probleme und Forderungen nach Transparenz
Die Arbeitsbedingungen in der Garnelenindustrie sind ein weiterer Kritikpunkt. Laut dem Bericht haben 63% der Arbeiter keinen formellen Vertrag, was die Arbeitsunsicherheit verschärft. Konflikte mit lokalen Gemeinschaften entstehen ebenfalls aufgrund der Ausweitung der Farmen.
Organisationen wie das Observatorio de Bienestar Animal setzen sich für mehr Transparenz in der Lieferkette ein, damit die Verbraucher fundierte Entscheidungen über die von ihnen konsumierten Produkte treffen können. Diese Transparenz ist auch entscheidend, um Fortschritte in Richtung nachhaltigerer Praktiken zu erzielen.



