Ein internationales Wissenschaftlerteam an Bord des Forschungsschiffs Falkor (too), betrieben vom Schmidt Ocean Institute, identifizierte 31 neue Meeresarten in den Tiefen des Südatlantiks vor der Küste Brasiliens.
Die Kampagne, die zwischen dem 15. und 30. April durchgeführt wurde, erforschte die mesopelagische Zone, ein wenig untersuchtes Ökosystem, das sich zwischen 200 und 1.000 Metern Tiefe erstreckt.
Dieser Fund ergänzt frühere Expeditionen im Mar del Plata Unterwassercanyon, wo Wissenschaftler des CONICET 40 neue Arten registriert hatten. Für 2027 ist eine neue Mission an der Küste von Chubut geplant.
Identifizierte Arten
Während der Kampagne Designing the Future 3 entdeckten die Forscher:
- Einen Amphipoden (Krebstier verwandt mit Krabben und Hummern).
- Einen Tomopteris-Wurm, bemerkenswert für seine Geschwindigkeit.
- Neun Quallen.
- Sieben Siphonophoren, koloniale Organismen, die mit Korallen verwandt sind.
- Sieben Kammquallen, bekannt für ihre leuchtenden Cilien.
- Vier Larvaceen, Tiere, die Schleimhäuser bauen.
- Zwei riesige Rhizaria, einzellige Organismen, die mit bloßem Auge sichtbar sind.
Außerdem wurden neuartige Interaktionen beobachtet, wie ein weiblicher Oktopus (Haliphron atlanticus), der in 800 Metern Tiefe eine Qualle verschlingt.
Spitzentechnologie
Der Erfolg der Expedition war dem Einsatz innovativer Werkzeuge zu verdanken:
- DeepPIV und EyeRIS: 3D-Bildgebungssysteme, die mit dem Unterwasserroboter ROV SuBastian verbunden sind.
- JAMSTEC-Kamera: in der Lage, winzige Details in weichen Organismen zu zeigen.
- Squid-Mikroskop: ermöglichte die Beobachtung lebender Zellen in drei Dimensionen auf hoher See.
- Virtuelle Realität: entwickelt von der Universität von Western Australia.
- Stanford-Schwerkraftmaschine: reproduziert die natürliche Umgebung von Meeresmikroben.
- DNA-Tests an Bord: Identifizierung von Arten innerhalb weniger Tage.

Wissenschaftliche Bedeutung
Die leitende Wissenschaftlerin Karen Osborn vom Smithsonian National Museum of Natural History betonte, dass die mittlere Wasserschicht „der größte Lebensraum der Erde ist und voller erstaunlicher Tiere steckt, die wir gerade erst zu verstehen beginnen“.
Die Geschäftsführerin des Schmidt Ocean Institute, Jyotika Virmani, unterstrich, dass die Mission zeigt, wie fortschrittliche Technologie das Studium des Meereslebens auf eine anspruchsvolle und nicht-invasive Weise ermöglicht.
Verbindung zu Argentinien
Das Schiff Falkor (too) war auch Protagonist der Expedition Talud Continental IV im Mar del Plata Canyon, wo 40 neue Arten identifiziert wurden. Im Jahr 2027 wird das CONICET die Mission Talud Continental V starten, die die Canyons Ameghino und Almirante Brown vor Chubut erkunden wird, mit Live-Übertragungen der Entdeckungen.
Der Fund von 31 neuen Arten in Brasilien bestätigt die Bedeutung der kollaborativen Forschung und des Einsatzes von Spitzentechnologien zur Erweiterung des Wissens über die marine Biodiversität.
Diese Expeditionen enthüllen nicht nur den Reichtum der Tiefsee, sondern liefern auch entscheidende Informationen für den Schutz und das Gleichgewicht der ozeanischen Ökosysteme.



