Peru steht vor Herausforderungen bei der Energiewende: Erdgasreserven sinken um 9,5 % und das Erneuerbare-Energien-Gesetz verzögert sich

Die Energiematrix von Peru stützt sich hauptsächlich auf zwei Quellen: Wasserkraftwerke, die fast die Hälfte des Stroms liefern, und thermische Kraftwerke mit Erdgas, die etwa 40% beitragen. Ein neuer Bericht des Ministeriums für Energie und Bergbau hat jedoch gezeigt, dass die nachgewiesenen Erdgasreserven im Jahr 2024 um 9,5% gesunken sind, was bei aktuellem Verbrauch nur noch 13 Jahre Versorgung sichert.

Herausforderungen bei der Energiewende in Peru

Dieser Rückgang der Reserven stellt eine ernsthafte Herausforderung für die Energiesicherheit des Landes dar, da viele Kraftwerke in etwas mehr als einem Jahrzehnt ohne Brennstoff dastehen könnten, was die Stabilität der Versorgung und die Stromkosten beeinträchtigen würde. Als Reaktion darauf wurde das Gesetz 32249 eingeführt, das darauf abzielt, die Energiematrix zu diversifizieren und die Nutzung von erneuerbaren Energien wie Solar- und Windenergie zu fördern.

Allerdings verzögert sich die Umsetzung dieser Gesetzgebung, da viele ihrer Regelwerke noch im Entwurf sind oder nicht veröffentlicht wurden, was den effektiven Einsatz neuer Technologien einschränkt.

In der Zwischenzeit haben Erdgas-Kraftwerke, begünstigt durch niedrige Preise und Umweltbefreiungen, weiterhin einen Vorteil gegenüber erneuerbaren Quellen, was den Wettbewerb auf dem Energiemarkt verzerrt.

In Bezug auf die Stromnachfrage fallen die Spitzenzeiten nun mit den Stunden der höchsten Sonneneinstrahlung zusammen, was Solarenergie nicht nur zu einer wirtschaftlichen Option, sondern zu einer effektiven Lösung macht, um den Bedarf in den Stunden des höchsten Verbrauchs zu decken.

Dennoch machen nicht-konventionelle erneuerbare Energien nur etwa 10% der Stromerzeugung in Peru aus, verglichen mit 38% in Chile. Dieser niedrige Prozentsatz deutet auf ein großes Wachstumspotenzial hin, vorausgesetzt, es werden klare Politiken umgesetzt und ergänzende Dienstleistungen entwickelt, um das Netz zu stabilisieren.

Der World Energy Council platziert Peru auf Platz 41 seines Energie-Trilemma-Index und hebt die Notwendigkeit hervor, die Diversifizierung zu beschleunigen, um die Abhängigkeit von Wasserkraftwerken zu vermeiden, insbesondere bei extremen Dürren.

Das Fehlen von Regelwerken beeinträchtigt Investitionen in erneuerbare Energien, wobei 58 Solar- und Windenergieprojekte gestoppt sind, was 12,5 Gigawatt Leistung und mehr als 12 Milliarden Dollar an potenziellen Investitionen entspricht.

Es wird ein Strommarkt benötigt, der fairen Wettbewerb zwischen allen erneuerbaren Technologien durch faire Ausschreibungen und Angebote ermöglicht, sowie ein Markt für ergänzende Dienstleistungen, um die Erzeugung und Speicherung von Energie effizient zu verwalten.

Letztendlich hängt die energetische Zukunft Perus von entscheidenden politischen und regulatorischen Entscheidungen ab, um die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu vermeiden und eine dekarbonisierte Wirtschaft zu erreichen, um so die internationalen Verpflichtungen zu erfüllen.

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