Forscher der Flinders University in Australien haben einen biologisch abbaubaren Kunststoff aus Milchproteinen entwickelt, der sich im Boden in nur 13 Wochen vollständig zersetzt.
Das Material kombiniert Calciumcaseinat, modifizierte Stärke und natürlichen Bentonit-Nanoclay, zusammen mit Glycerin und Polyvinylalkohol, um seine Haltbarkeit und Flexibilität zu verbessern.
Das Ziel ist es, eine Alternative zu herkömmlichen Einwegkunststoffen anzubieten, insbesondere im Bereich der Lebensmittelverpackungen, mit einem deutlich geringeren Umwelteinfluss.
Eigenschaften und Tests
Der Film ist dünn, flexibel und darauf ausgelegt, die Eigenschaften von herkömmlichem Kunststoff zu imitieren. Die Tests zeigten, dass er sich unter normalen Bodenbedingungen gleichmäßig zersetzt und in etwa 13 Wochen vollständig abgebaut ist.
Darüber hinaus bestätigten mikrobiologische Bewertungen, dass die Bakterienkolonien innerhalb akzeptabler Grenzen bleiben, was auf eine geringe Toxizität hindeutet. Die Forscher empfehlen, weitere antibakterielle Tests für zukünftige Anwendungen durchzuführen.
Internationale Zusammenarbeit
An dem Projekt waren Wissenschaftler der Universidad de Bogotá Jorge Tadeo Lozano in Kolumbien beteiligt, darunter Nikolay Estiven Gomez Mesa und Professorin Alis Yovana Pataquiva-Mateus, die an der Entwicklung neuer polymerer Materialien innerhalb der Forschungsgruppe für Nanobioingenieurwesen arbeiteten.
Laut Gomez begann das Team mit Experimenten mit Caseinaten, um Milch-basierte Nanofasern zu produzieren, und entdeckte, dass diese zur Herstellung von Polymeren verwendet werden können, die den üblichen Verpackungsmaterialien ähneln. Die Integration natürlicher Komponenten wie Stärke und Bentonit verbesserte die Festigkeit und Leistung des Films.

Globaler Kontext der Plastikverschmutzung
Die Entwicklung biologisch abbaubarer Alternativen ist dringend erforderlich. Die OECD warnt davor, dass die Kunststoffproduktion zwischen 2020 und 2040 um 70 % steigen könnte und mehr als 700 Millionen Tonnen jährlich erreichen könnte.
Einige wichtige Daten:
- Die Kunststoffproduktion stieg von 2 Millionen Tonnen im Jahr 1950 auf 475 Millionen im Jahr 2022.
- 60 % der Kunststoffe sind Einwegprodukte.
- Nur 10 % werden recycelt.
- Viele Kunststoffe enthalten giftige Zusatzstoffe wie Farbstoffe und Flammschutzmittel, die mit Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht werden.
Potenzielle Auswirkungen
Der neue biologisch abbaubare Film könnte die Lebensmittelverpackungsindustrie revolutionieren, die für einen Großteil der Einwegkunststoffe verantwortlich ist. Durch die Integration in die zirkuläre Wirtschaft könnten solche Materialien dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und die globale Verschmutzung zu reduzieren.
Professor Youhong Tang, Projektleiter an der Flinders University, betonte, dass es entscheidend ist, nachhaltige Alternativen für Einwegkunststoffprodukte zu finden, um die Verschmutzung einzudämmen und auf eine sauberere Zukunft hinzuarbeiten.
Der biologisch abbaubare Kunststoff auf Milchproteinbasis stellt einen bedeutenden Fortschritt im Kampf gegen die Verschmutzung dar. Seine schnelle Zersetzung, geringe Toxizität und das Potenzial, herkömmliche Kunststoffe zu ersetzen, machen ihn zu einer vielversprechenden Lösung für die Industrie und die Verbraucher.



