Ein Team der Universität für Luft- und Raumfahrt Nanjing hat einen schwimmenden hydrovoltaischen Generator (W-DEG) entwickelt, der in der Lage ist, die Energie von Regentropfen in Elektrizität umzuwandeln.
Diese Innovation könnte die Erzeugung erneuerbarer Energien in Regionen mit hoher Niederschlagsmenge und begrenztem Landraum neu definieren, indem sie Wasser sowohl als physische Stütze als auch als elektrischen Bestandteil nutzt.
Wie der W-DEG funktioniert
- Das Gerät schwimmt auf Seen, Stauseen oder Küstengebieten, ohne dass starre Strukturen oder Schwermetalle erforderlich sind.
- Wenn ein Tropfen auf die schwimmende dielektrische Folie trifft, wirken die Oberflächenspannung des Wassers und seine Ionen als Ladungsträger und erzeugen stabil Elektrizität.
- Jeder Aufprall kann Spitzen von bis zu 250 Volt erzeugen, vergleichbar mit herkömmlichen Generatoren.
Professor Wanlin Guo, Leiter des Projekts, betonte: „Indem wir dem Wasser sowohl strukturelle als auch elektrische Funktionen ermöglichen, haben wir einen neuen Weg zur Stromerzeugung aus Regentropfen erschlossen, der leicht, kostengünstig und skalierbar ist“.
Vorteile des Systems
- Gewichtsreduktion: bis zu 80 % weniger als herkömmliche Generatoren.
- Niedrigere Kosten: fast die Hälfte im Vergleich zu herkömmlichen Systemen.
- Haltbarkeit: widersteht Temperaturschwankungen, Salzgehalt und biologischen Verunreinigungen.
- Selbstregulierung: enthält Mikrodrainagelöcher, die Wasseransammlungen verhindern und eine konstante Leistung auch bei starkem Regen gewährleisten.

Tests und Anwendungen
Der Prototyp von 0,3 m² war in der Lage, gleichzeitig 50 LEDs zu betreiben und Kondensatoren in Minuten aufzuladen, was sein Potenzial für Geräte mit niedrigem Stromverbrauch demonstriert. Zu den zukünftigen Anwendungen gehören:
- Installation in Gewässern, um Energie zu gewinnen, ohne festen Boden zu beanspruchen.
- Integration in Umweltüberwachungssysteme (Wasserqualität, Salzgehalt, Verschmutzung).
- Nutzung als verteilte Energiequelle in Regionen mit häufigen Regenfällen, zur Unterstützung lokaler Netze oder isolierter Systeme.
Eine Ergänzung zu anderen erneuerbaren Energien
Professor Guo betonte, dass dieser Fortschritt die Tür zu bodenlosen hydrovoltaischen Systemen öffnet, die Technologien wie Solar- und Windenergie ergänzen können. Die Demonstration eines langlebigen und skalierbaren Prototyps stellt einen entscheidenden Schritt zur praktischen Anwendung dieser Technologie im Rahmen der Übergangs zu saubereren und nachhaltigeren Energiequellen dar.
Der schwimmende hydrovoltaische Generator aus Nanjing zeigt, dass Energie im Alltäglichen gefunden werden kann: in einem einfachen Regentropfen. Sein leichtes, kostengünstiges und anpassungsfähiges Design macht ihn zu einer vielversprechenden Alternative, um den Energiemix zu diversifizieren und die Wasserressourcen in einer Welt, die ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren möchte, besser zu nutzen.



