In einem agroalimentären System, das durch Energiekosten und externe Abhängigkeit unter Druck steht, ist die Umwandlung von Abfällen in Ressourcen zu einer Priorität geworden. In diesem Szenario entsteht Pressgold, ein 2021 in Niederösterreich gegründetes Startup, das eine konkrete Lösung für ein historisches Problem mit einem organischen Dünger auf Basis von Hühnerdung gefunden hat.
Jedes Jahr verwertet das Unternehmen etwa 1.000 Tonnen Geflügelmist und Holzabfälle. So werden schwer zu verwaltende Materialien in nützliche Inputs für Landwirtschaft und Energie umgewandelt.
Auf diese Weise hört die zirkuläre Wirtschaft auf, ein abstraktes Konzept zu sein, und wird in regionale Praktiken mit geringerem Einfluss umgesetzt.
Vom Mist zum stabilen Dünger
Die intensive Geflügelhaltung erzeugt kontinuierlich große Mengen an Mist. Dessen längere Lagerung verursacht Emissionen, schlechte Gerüche und den Verlust wertvoller Nährstoffe für den Boden.
Dagegen wendet Pressgold einen Trocknungs-, Konditionierungs- und Pelletierungsprozess an. Das Ergebnis ist ein hygienisierter organischer Dünger, der stabil und leicht zu transportieren ist. Zudem ermöglicht das geringere Volumen und die kontrollierte Dosierung einen effizienteren Einsatz auf dem Feld.

Vorteile von organischem Dünger für den Boden
Der Einsatz von organischen Düngemitteln verbessert die Bodenstruktur und erhöht seine Wasserspeicherkapazität. Gleichzeitig stimuliert er die mikrobielle Aktivität, die für die langfristige Fruchtbarkeit entscheidend ist.
Diese Pellets geben Nährstoffe allmählich ab und reduzieren Verluste durch Auswaschung. Infolgedessen nutzen die Kulturen die aufgebrachten Inputs besser aus.
Deshalb positioniert sich der organische Dünger als ein zentrales Werkzeug für eine resilientere und nachhaltigere Landwirtschaft.
Weniger Abhängigkeit von Mineraldüngern
Auch wenn sie die synthetischen Düngemittel nicht vollständig ersetzen, ermöglichen die organischen Pellets eine Reduzierung ihres Einsatzes. Dies bedeutet eine geringere Nachfrage nach Inputs, deren Produktion vom Erdgas abhängt.
Da es sich um ein lokales Produkt handelt, werden auch die Transportwege verkürzt. So werden die regionalen Wirtschaften und die landwirtschaftliche Souveränität gestärkt. Insgesamt trägt das Modell zur Stabilität der Produzenten bei und reduziert die damit verbundenen Umweltauswirkungen.
Institutionelle Unterstützung und regionale Skalierung
Das Projekt weckte Interesse über den landwirtschaftlichen Sektor hinaus. Die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner besuchte die Einrichtungen von Pressgold und ihrem Industriepartner Ritt GmbH und hob den strategischen Wert des zirkulären Ansatzes hervor.
Österreich überprüft seine Agrarpolitik, um Importe und Emissionen zu reduzieren. In diesem Rahmen gewinnen Initiativen wie diese an Bedeutung. Daher wird die lokale Zusammenarbeit zu einem Schlüsselpunkt der ökologischen Transformation.

Erneuerbare Energie mit Holzpellets
Neben dem Dünger produziert Pressgold Holzpellets aus Sägewerksabfällen der Region. Diese Biomasse wird für Heizung und energetische Anwendungen genutzt, ohne mit Lebensmitteln zu konkurrieren.
Ab 2024 verfügt das Unternehmen über einen eigenen Silo-Lkw, was die Logistik verbessert und Zwischenhändler reduziert. So wird auch der energiewirtschaftliche Kreislauf auf regionaler Ebene geschlossen.
Nachhaltiger Umwelteinfluss
Die Wertschöpfung des Mistes reduziert Ammoniakemissionen und Treibhausgase. Gleichzeitig wird der Druck auf Deponien und Böden verringert.
Parallel dazu ersetzt der Einsatz lokaler Biomasse fossile Brennstoffe. Es ist keine spektakuläre Lösung, aber eine konstante und effektive.
Letztendlich zeigt die Umwandlung von problematischen Abfällen in nützliche Ressourcen, dass Nachhaltigkeit funktioniert, wenn sie in die produktive Realität integriert wird.



