Das Parlasur wird in Córdoba ein Projekt mit Unterstützung von über 70 NGOs diskutieren, um den Mercosur zur jagdtrophäenfreien Zone zu erklären.

Am kommenden 9. März wird im Rahmen der ordentlichen Sitzungen des Parlaments des Mercosur (Parlasur) ein Projekt behandelt, das vom Parlamentarier aus Santa Cruz, Franco Metaza, initiiert und von der NGO aus Córdoba, Pumakawa, ausgearbeitet wurde. Der Vorschlag zielt darauf ab, den Mercosur als „zone frei von Wildtierhandel und Jagdtrophäen“ zu erklären und hat bereits die Unterstützung von mehr als 70 südamerikanischen NGOs, die im Observatorio de lo Silvestre zusammengeschlossen sind.

Ziele des Projekts

Die Initiative sieht vor, dass die Länder des Blocks öffentliche Politiken umsetzen, um den Handel mit Wildtieren und Jagdtrophäen (Köpfe, Hörner, Federn, Felle) zu verbieten. Obwohl die Gesetze des Parlasur nicht bindend sind, fungieren sie als Empfehlungen, die von den Mitgliedstaaten angenommen werden können.

Dieses Projekt ist Teil eines globalen Trends zum Schutz der Biodiversität und zur Einschränkung von Praktiken, die ökologische, soziale und ethische Auswirkungen haben.

Vorgeschichte in Argentinien

Im Jahr 2022 verbot die Resolution 133/2022 des Ministeriums für Umwelt und nachhaltige Entwicklung den Import, Export und den interjurisdiktionalen Transit von Jagdtrophäen einheimischer Arten.

Es wurde auch die Möglichkeit geschlossen, Zuchtbetriebe zu jagdlichen Zwecken zu genehmigen, um die kommerzielle Ausbeutung von einheimischen Tieren zu stoppen.

Auswirkungen der Trophäenjagd

Die Trophäenjagd wird kritisiert wegen:

  • Umweltauswirkungen: Sie beseitigt fortpflanzungsfähige erwachsene Exemplare und schwächt die genetische Struktur der Populationen.
  • Soziale und ethische Auswirkungen: Die Mehrheit der lateinamerikanischen Bevölkerung lehnt diese Praxis ab. In Argentinien sprechen sich 90 % der Gesellschaft dagegen aus, mit noch höheren Prozentsätzen bei bedrohten Arten.
  • Kulturelle Auswirkungen: Kampagnen und Ausstellungen wie Naturaleza Muerta. Trofeos de Caza machen die Gewalt und Dominanz hinter jedem ausgestellten Trophäe sichtbar.
Jagdtrophäen
Am 9. März wird die Bedeutung der Erklärung des Mercosur als frei von Jagdtrophäen und Wildtierhandel diskutiert.

Biodiversitätskrise in Südamerika

Zwischen 1974 und 2024 gingen die Wildtierpopulationen in Lateinamerika und der Karibik um 95 % zurück, die höchste Zahl weltweit.

  • Der Handel mit Wildtieren ist das viertlukrativste illegale Geschäft der Welt mit Einnahmen von bis zu 20 Milliarden Dollar jährlich.
  • Am stärksten betroffene Arten: Singvögel, Reptilien, Primaten und große Säugetiere wie der Jaguar.
  • Extreme Sterblichkeit: 90 % der Tiere sterben während des Fangs und Transports.
  • Schlüsselstaaten: Ecuador und Peru sind bekannt für Fälle von Wilderei und illegalem Export.
  • Internationale Ziele: Spanien und die Niederlande gehören zu den Hauptimporteuren illegaler Vögel aus Südamerika.

Beispielhafte Fälle

  • Jaguar (Yaguareté): Illegale Netzwerke in Argentinien und Bolivien verlangten bis zu 50.000 Dollar pro Exemplar.
  • Argentinien als Importeur: Es belegt weltweit den 23. Platz beim Import von Jagdtrophäen. Zwischen 2020 und 2025 wurden 456 Trophäen importiert, hauptsächlich von afrikanischen Elefanten, Löwen und Zebras.
  • Lokale Vorschriften: Während Provinzen wie Neuquén die Jagd auf Pumas erlaubten, verboten Fluggesellschaften wie Aerolíneas Argentinas den Transport von Trophäen auf ihren Flügen.

Rechtsrahmen und Sanktionen

In Argentinien sieht das Gesetz 22.421 zum Schutz der Fauna Strafen von bis zu 3 Jahren Gefängnis für organisierten Handel vor. Der Vorschlag des Parlasur zielt darauf ab, diese Art von Maßnahmen auf regionaler Ebene auszuweiten und die Zusammenarbeit zwischen den Ländern zu verstärken.

Die Erklärung des Mercosur als zone frei von Wildtierhandel und Jagdtrophäen wäre ein historischer Schritt im Schutz der südamerikanischen Biodiversität. Über ihren nicht bindenden Charakter hinaus spiegelt das Projekt ein soziales und ethisches Mandat wider: Schluss mit Praktiken, die Grausamkeit, Ungleichheit und ökologische Degradierung darstellen.

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