Der Strafgericht erster Instanz für Strafsachen, Ordnungswidrigkeiten und Verstöße Nr. 12 der Stadt Buenos Aires hat die Aussetzung des Verfahrens in einem Fall wegen Haltung von Tieren an ungeeigneten Orten genehmigt und erklärte zwei Zierfische der Art Carassius Auratus zu Rechtssubjekten.
Die Klage wurde von der Asociación Civil Santuario Jaulas Vacías eingereicht, die betonte, dass es das erste Mal ist, dass dieser rechtliche Status für Fische in Argentinien anerkannt wird.
Der Fall
- Der Angeklagte muss acht Monate lang Verhaltensregeln einhalten.
- Unter anderem: Teilnahme am Programm „Restaurative Begegnungen in Umwelt- und Tierrecht“, keine Tiere in seinem Gastronomiebetrieb halten und auf jegliche Rechte an den beschlagnahmten Fischen verzichten.
- Die Tiere wurden endgültig der Klägerin übergeben, die sie vorläufig in Obhut hatte.
Rechtliche Grundlagen
Das Urteil hielt fest, dass nicht-menschliche Tiere als fühlende Wesen und Rechtssubjekte anerkannt werden müssen. Dazu wurden Präzedenzfälle der Berufungs- und Kassationsgerichte zitiert, die festlegen, dass:
- Tiere keine leblosen materiellen Güter sind.
- Sie Träger von Rechten sind, die mit dem Respekt vor Leben und Würde verbunden sind.
- Das Tierrecht eine proaktive Haltung der Staaten in Umweltpolitik und Biodiversitätsschutz erfordert.
Ethische und soziale Auswirkungen
Die Anerkennung der Fische als Rechtssubjekte verschiebt den Blick von der Eigentumsperspektive und eröffnet ein neues Paradigma:
- Empathie: fördert den Respekt für jede Lebensform.
- Wohlbefinden: verpflichtet zur Verbesserung der Pflegebedingungen und zur Vermeidung von Leiden.
- Verantwortung: verstärkt die menschliche Verpflichtung, keinen unnötigen Schaden zu verursachen.

Rechtliche und juristische Auswirkungen
- Ende der Vergegenständlichung: Tiere werden nicht mehr als einfache Güter betrachtet.
- Reale Verteidigung: ermöglicht es, Grausamkeit und Misshandlung härter zu bestrafen.
- Neue Rechte: erkennt Tiere als juristische Subjekte an.
Aktueller rechtlicher Rahmen
- Zivil- und Handelsgesetzbuch: klassifiziert Tiere immer noch als Güter.
- Gesetz Nr. 14.346: bestraft Misshandlung und Grausamkeit.
- Gesetz Nr. 22.421: schützt die Wildtiere vor illegaler Jagd und Handel.
Juristische Fortschritte
- Urteil über Fische und Kanarienvögel: erkannte Fische und Vögel als fühlende Wesen an.
- Urteil über Pferde (Mendoza): betrachtete Stuten als Rechtssubjekte in einem Fall von Misshandlung.
- Unterhaltsregelung (Salta): legte ein gemeinsames Sorgerechtsregime für ein Haustier nach einer Trennung fest.
Projekt „Gesetz der Fühlenden“
Zielt darauf ab, das Zivil- und Handelsgesetzbuch zu ändern, um:
- Die Vergegenständlichung von Tieren zu beenden.
- Sie als nicht-menschliche Rechtssubjekte anzuerkennen.
- Adoptionen zu regeln, Missbrauch in Shows zu stoppen und das Tierwohl in familiären Streitigkeiten zu berücksichtigen.
Das Urteil über die Goldfische Carassius Auratus markiert einen Meilenstein in der Entwicklung des Tierrechts in Argentinien.
Die Anerkennung von Zierarten als Rechtssubjekte erweitert den Anwendungsbereich der Rechtsprechung und stärkt die Idee, dass alle Tiere, unabhängig von ihrer Größe oder sozialen Funktion, Respekt und Schutz als fühlende Wesen verdienen.



